Filmpreis
Doch noch ein Happy End für den Filmpreis?

Er ist etwas in die Jahre gekommen: der Anerkennungspreis der Wasserämter Gemeinden für die Filmtage. Gemeinden wollen das Schweizer Filmschaffen unterstützen und appellieren an die Zahlungsmoral im Bezirk.

Christof Ramser
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Filmtage-Direktorin Seraina Rohrer zählt auf das Wasseramt.

Filmtage-Direktorin Seraina Rohrer zählt auf das Wasseramt.

Seit 2002 wird der Anerkennungspreis der Wasserämter Gemeinden vergeben. Bis zuletzt stand es um die Zahlungsmoral jedoch nicht mehr so gut. Das Interesse der Behörden im Wasseramt schien stetig zu sinken, vereinzelt wurde der Sinn des Preises gar angezweifelt.

Luterbach und Hüniken zahlten in den vergangenen Jahren überhaupt nicht, und auch Gerlafingen kippte den Beitrag wegen des Spardrucks zuletzt aus dem Budget. Andere leisteten nur einen Teilbetrag. Und bei der Verleihung des Preises vergangenen Januar in Solothurn tauchten gerade drei Gemeindepräsidenten aus dem Wasseramt auf.

«Die Sache ist etwas eingeschlafen», brachte es Thomas Fischer (Heinrichswil-Winistorf) an der Gemeindepräsidentenkonferenz (GPK) vom Dienstag auf den Punkt. Er forderte seine Kollegen auf, sich in den anstehenden Budgetdebatten für den Beitrag starkzumachen.

«Neuen Schwung verleihen»

Argumente dafür lieferte Filmtage-Direktorin Seraina Rohrer. «Wir wollen den Filmpreis aus dem Wasseramt neu positionieren und ihm Schwung verleihen.» Das fängt schon mit der Bezeichnung an: Neu heisst der Anerkennungspreis Prix d’honneur, gestiftet von den Gemeinden im Wasseramt.

Geehrt werden soll eine Persönlichkeit, die sich für den Schweizer Film einsetzt, jedoch nicht als Schauspieler oder Regisseur im Rampenlicht steht, sondern als stiller Schaffer im Verborgenen wirkt. Zudem soll der Preisträger bereits im Vorfeld bekannt sein.

Eindruck machte der GPK auch die Aussicht auf den Gegenwert: So stehe für die Wasserämter Gemeinden ein Kontingent an Tageskarten für die Filmtage bereit. Sämtliche Gemeindepräsidenten werden zudem an die Soirée de clôture eingeladen, wo die Preise überreicht werden.

Ein Ort, wo man sich trifft

Seraina Rohrer positionierte die Solothurner Filmtage als Plattform, wo die politische und gesellschaftliche Debatte stattfindet. «Es ist ein Ort, wo Kultur auch auf Kantons- und Gemeindepolitik trifft.» Für Hardy Jäggi (Recherswil) ist das ein klarer Vorteil, erhalte man doch eine Gegenleistung für das finanzielle Engagement. Nicht zuletzt könne man an den Filmtagen Kontakte knüpfen und sich austauschen.

Gemäss einer Erhebung stammen 40 Prozent der Filmtagebesucher aus Solothurn und Umgebung. Viele der freiwilligen Helfer sind Wasserämter. Markus Sieber (Lohn-Ammannsegg), dessen Gemeinde ihren eigens gestifteten Preis vor zwei Jahren aus dem Budget strich, brach eine Lanze für den Prix d’honneur.

Und Eduard Gerber votierte dafür, die Anerkennung aus dem Bezirk weiterhin auszurichten. Dafür zahlt jede Gemeinde einen Grundbetrag von 200 Franken, sowie 35 Rappen pro Einwohner. Für Derendingen, als Beispiel, sind das 2210 Franken. «An diesem Beitrag», so Gerber. «geht keine Gemeinde zugrunde.»

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