Solothurn/Langendorf
Direktzahlungen für Bauern gefordert, die ihren Kühen die Hörner lassen

Bauern sollen Direktzahlungen erhalten, wenn sie ihren Kühen die Hörner belassen. Am Hornfest auf dem Rosegghof gabs Eringerkühe zu bestaunen - natürlich mit Horn.

Christof Ramser
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Rosegghof-Biolandwirt Martin Riggenbach erklärt dem Publikum die Rasse der behörnten Eringer-Ochsen.
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Schweizer Hornfest auf dem Rosegghof
Martin Riggenbach, 2. v.l. schildert Details zur Rasse der behoernten Eringer-Kuehe.
Das Interesse ist gross
Bergbauer Armin Capaul will erreichen, dass Bauern, die ihren Kühen die Hörner lassen, finanziell unterstützt werden.

Rosegghof-Biolandwirt Martin Riggenbach erklärt dem Publikum die Rasse der behörnten Eringer-Ochsen.

Hans Ulrich Mülchi

Acht von zehn Kühen in der Schweiz leben ohne Hörner. Würde man den Tieren ihre Hörner belassen, bräuchten sie mehr Platz in den Ställen, und das Verletzungsrisiko für Bauern wäre grösser. So werden hierzulande den allermeisten Kälbern die Hornansätze ausgebrannt.

Armin Capaul gefällt dies gar nicht. «Ich will den Tieren ihre Würde wieder zurückgeben», sagt der Bergbauer aus Perrefitte im Berner Jura. Er setzt sich dafür ein, dass Bauern, die ihren Kühen die Hörner belassen, mit Direktzahlungen entschädigt werden.

Einen Franken pro Kuh und Tag solls dafür geben, 20 Rappen für behornte Ziegen. Für sein Anliegen konnte Capaul den Solothurner Ständerat Roberto Zanetti (SP) gewinnen. Doch Zanettis Antrag zur Agrarpolitik 2014 bis 2017 wurde im Bundesparlament abgelehnt.

Sammeln für Petition

Am Sonntag hat die IG Hornkuh nun auf den Rosegghof zum dritten Schweizer Hornfest geladen. Auf dem Hof der psychiatrischen Klinik von Martin Riggenbach konnte der Freilaufstall mit den 30 Eringerkühen besichtigt werden.

Dass seine Tiere noch Hörner haben, liegt indes weder an Idealismus noch an der Überzeugung mancher, dass behornte Kühe aufgrund des besseren Stoffwechsels bessere Milch geben: Eringerkühe dürfen nicht enthornt werden. «Stellen sie sich mal ein schottisches Hochlandrind ohne Hörner vor», sagt Riggenbach. «Das ginge auch nicht.»

Aufgeben mag Armin Capaul nach dem ersten gescheiterten Schritt in Bundesbern nicht. Er sammelte auch am Sonntag eifrig Unterschriften für seine Petition für den Kuhfranken. Diese will Capaul am 6. Dezember dem Bundesrat einreichen. Und er hofft, dass dieser den Entscheid des Parlaments kippt.

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