Drüsiges Springkraut

Diese Nachtfalter-Raupe frisst die verbotene Pflanze

Raupe des Mittleren Weinschärmers (deilephila elpenor).

Raupe des Mittleren Weinschärmers (deilephila elpenor).

Das Drüsige Springkraut steht in der Schweiz auf der Liste der verbotenen Pflanzen. Der Raupe des Mittleren Weinschwärmers schmeckt das Kraut trotzdem.

Der Balsthaler Naturfotograf Marcel Turin machte im Hinteren Hammer bei Herbetswil eine Entdeckung: Da machten sich doch bis neun Zentimeter lange, fette Raupen über die Blätter des – eigentlich verbotenen – Drüsigen Springkrauts her. «In nicht einmal zwei Minuten hat eine Raupe das ganze Blatt gefressen», berichtet er.

Turin fand heraus, dass es sich um die Raupe des Mittleren Weinschwärmers handelt und meldete seine Entdeckung dem Biologen Thomas Schwaller (Gemeindepräsident von Laupersdorf). Dieser war verblüfft. «Dass die Blüten von den Bienen als Nektarlieferant geschätzt sind, ist bekannt», erklärt er, «nicht aber, dass die Pflanze einem Tier als Nahrung dient. Und erst noch einem, das bei uns nicht sehr häufig vorkommt.»

Der Mittlere Weinschwärmer

Der Mittlere Weinschwärmer

Eine Erkenntnis, die seiner Meinung nach bei der Bekämpfung dieser Pflanze beachtet werden müsste. «Was natürlich alles andere als einfach sein dürfte, denn diese Pflanze verbreitet sich ausserordentlich schnell und verdrängt die einheimischen, standortgerechten Pflanzen. Das darf natürlich nicht sein.»

Natur reagiert unerwartet

Derselben Meinung ist Jonas Zürcher vom Bildungszentrum Wallierhof. «Vorab sind wir über jeden Einsatz gegen diese Pflanze froh.» Für richtig hält er ebenfalls, dass regionales Handeln am meisten bringt. Das mit der Raupe des Mittleren Weinschwärmers war auch Zürcher bisher nicht bekannt. «Einmal mehr zeigt sich», sagt er, «dass die Natur nicht unbedingt so reagiert, wie wir uns das vorstellen.»

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