Den ersten Teil des Konzertes bestritt die Musikgesellschaft Luterbach allein. Sie steht seit August unter der Leitung des jungen Felix Heri aus dem benachbarten Deitingen. Nach dieser Zeit bereits eine Handschrift spüren zu wollen, wäre vermessen. Dass der Verein einen solchen Auftritt so glatt hinlegte, spricht sowohl für den Vorgänger wie für die Gesellschaft selber.

An diesem Abend war klar erkennbar, dass die Luterbacher gewohnt sind, in der akustisch nicht ganz einfachen Kirche zu spielen. Hörbar war das beim Eröffnungsstück, einem osteuropäischen Traditional. Den empfand der Dirigent zwar noch als etwas gar verhalten.

«Anneli wo bisch geschter gsi?»

Selbstvertrauen war jedoch durchaus fühlbar, auch bei «Anneli wo bisch geschter gsi?». Diesen schön interpretierten Titel schrieb der Vater des Dirigenten Urs Heri nach einer volksmusikalischen Vorlage. Die raffiniert verwobenen Einzelstimmen wurden transparent und kamen luftig und leicht daher.

Ganz anders wirkte der kompakte Unisono-Klang in Andrew Lloyd Webbers «Love Changes Everything». Da passte auch die leichte Dominanz des kleinen Blechs dazu. Eher feierlich wirkte hingegen das gewählte Arrangement von Wolfgang Amadeus Mozarts «Elvira Madigan».

Der zweite Konzertteil gehörte dem Männerchor Lohn-Ammannsegg. Dieser wird von Anita Wenger aus Luterbach geleitet. Dieser Umstand und familiäre Verbindungen gaben den Anstoss für den gemeinsamen Anlass. Die 18 Sänger begannen ihren Auftritt mit dem «Andachtsjodel» einer Volksweise aus dem Südtirol. Freude am Gesang und Kameradschaft ist die Motivation des Chors. Dementsprechend pflegt er ein breites Repertoire. Das versuchte er auch aufzuzeigen.

So fanden neben Traditionals aus aller Welt auch Felix Mendelssohns «Hebe deine Augen auf» Aufnahme in diesen Konzertteil. Wille und Begeisterung waren offensichtlich und ein inneres Feuer durchaus zu spüren. Den Blick mehr auf die Dirigentin als auf die Notenblätter geheftet - hier absolut keine Zumutung -, würde dem Chor zu noch mehr Spontanität verhelfen.

Den dritten Konzertteil bestritt wiederum die Musikgesellschaft. Dabei legte sie spürbar mehr Power an den Tag, ohne allerdings ihre Grenzen anzutasten. Gut gefiel der von Paul Cook arrangierte Stevie-Wonder-Titel. Bei dem durften sich die Posaunen bemerkbar machen. In dem von Jan van Kraeydonck bearbeiteten Freddie Mercury-Titel war es dann das kleine Blech.

Gemeinsam viel Kraft

Ein echter Höhepunkt wurde der vierte Teil. Den bestritten die beiden Vereine unter der Leitung von Felix Heri gemeinsam. Als ideales Stück erwies sich dabei das von Frank Bernaerts arrangierte «Conquest of Paradise» des Griechen Vangelis. Das empfand ähnlich das Publikum, das viel Applaus spendete. Keineswegs abgefallen ist jedoch Urs Heris tolles Arrangement von Robert Rapperts eingängigem «Beten und Lobsingen». Zum Schlusslied «O du fröhliche» war auch das Publikum zu Mitsingen aufgefordert, mit mässigem fast bescheidenem Erfolg.