Männerdomäne
Diese Derendingerin ist erst die achte ausgebildete Mischfuttertechnikerin

Bis jetzt haben über 500 Absolventen aus 65 Ländern die Ausbildung zum Mischfuttertechniker abgeschlossen. Als erst achte Frau meisterte Daniela Schneiter aus Derendingen die Weiterbildung.

Franz Schaible
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Daniela Schneiter prüft bei der Presse das Futter in Würfelform.

Daniela Schneiter prüft bei der Presse das Futter in Würfelform.

Hansjörg Sahli

Für Daniela Schneiter ist es nichts Ungewöhnliches. Dabei hat die 24-jährige Derendingerin als erst achte Frau schweizweit die Ausbildung zur Mischfuttertechnikerin erfolgreich absolviert. «Ich habe kein Problem damit, in einer ausgesprochenen Männerdomäne zu arbeiten», sagt sie trocken.

Für die Ausbildnerin, die von der Futtermittelbranche getragene Schule für Futtermitteltechnik (SFT) in Uzwil, ist es dagegen schon eine spezielle Erwähnung wert. «Das beweist, dass die Futtermittelherstellung nicht länger eine reine Männerangelegenheit ist», hiess es an der Abschlussfeier des 32. Fachkurses in Mischfuttertechnik.

Klassenbeste

Die Unaufgeregtheit von Daniela Schneiter ist wohl darauf zurückzuführen, dass sie bereits ihre dreijährige Berufslehre in einem typischen Männerumfeld absolvierte. Bei der Tierfutterherstellerin Kunz Kunath Fors AG in Burgdorf erlernte sie den Beruf als Müllerin, Fachrichtung Tiernahrung.

Übrigens mit einem Notendurchschnitt von 5,5 als Klassenbeste. «Ich habe ein Stipendium vom Technologiekonzern Bühler in Uzwil erhalten, damit ich die Schule für Futtermitteltechnik besuchen konnte», erzählt die junge Frau. Bühler ist Partner der SFT. Sie wollte ihre zuvor gemeisterte Ausbildung zur Müllerin vertiefen. «Und sich weiterzubilden, ist immer eine gute Sache.»

Mehrheitlich im Kommandoraum

Als Mischfuttertechnikerin sei sie mitverantwortlich für den ganzen Prozess der Tiernahrungsherstellung. Das Spektrum reiche von der Getreideannahme, Einlagerung bis hin zur Erfassung der Bestellungen, der Programmierung der grossteils vollautomatischen Anlagen, in welchen das Futter nach «Rezept» und Form (Würfel oder Mehlfutter) hergestellt wird, berichtet sie von ihrer Arbeit. Zwar sei sie zur Überwachung der Anlagen mehrheitlich im Kommandoraum tätig, aber wenn Störungen in den Produktionsanlagen angezeigt werden, müsse sie schon mal selbst Hand anlegen.

Im 14 Stockwerke hohen Turm der Kunz Kunath-Gruppe herrscht eine ganz andere Atmosphäre als im Kommandoraum. Es ist laut, staubig und ziemlich kühl. Schneiter schreitet zügig voran und erläutert, was hergestellt wird. Aus Getreide, Komponenten wie Sojaschrot, Nebenprodukten der Lebensmittelherstellung, Spurenelementen und Vitaminen entsteht Tiernahrung für Schweine, Kühe, Kälber, Geflügel, Pferde, aber auch Hobbytiere. Das Futter wird, in Säcke abgepackt oder lose, von den Kunden abgeholt. Sie öffnet das Türchen einer grossen Presse, entnimmt routiniert eine Handvoll Futterwürfel und prüft Konsistenz und Qualität.

Daniela Schneiter schätzt an ihrem Beruf etwas ganz besonders. «Ich kann sehr selbstständig arbeiten und die Verantwortung ist hoch.» Die falsche Eingabe von Mischung oder Menge könnte sehr kostspielig sein, sagt sie lachend.