«Für diese besondere Veranstaltung haben wir ausschliesslich Kompositionen unseres Lieblingskomponisten Robert Fellmann gewählt», eröffnete «Zytröseli»-Präsidentin Vreni von Wartburg den Festabend. Diesem wohnten 12 Delegationen aus befreundeten Vereinen im herbstlich geschmückten Badsaal in Derendingen bei.

Das Jahr sei sehr anspruchsvoll für den Verein verlaufen, blickte sie nur kurz auf die für alle Klubmitglieder herausfordernde Arbeit zum Gelingen des im Sommer durchgeführten Nordwestschweizer Jodlerfests zurück. Wer gemeinsam und so kraftvoll singe wie die 21 «Zytröseler», der scheue auch keine gemeinsamen Herausforderungen.

Das Leben von Robert Fellmann

Georg Heimann, der langjährige Leiter des Jodlerklubs Derendingen, schilderte das Leben des Ausnahme-Komponisten Robert Fellmann. In einfachen Verhältnissen 1885 in Baar geboren stellte sich sein Talent schon während Lehre und späterer Rekrutenschule heraus.

Als 23-Jähriger besuchte er die Luzerner Kunstgewerbeschule, um sich zum Holzbildhauer ausbilden zu lassen. 1919 gründete er den Jodlerklub im Turnverein Baar sowie einen Zitherklub. Schon während dieser Zeit nahm er Unterricht in Musiktheorie und Kompositionslehre als fachliche Grundlage für seine 150 Lieder.

«Es handelt sich um bewundernswerte Werke, die in farbigen Texten und kunstvoller Harmonik Landschaften, Menschen und Begebenheiten im jahreszeitlichen Verlauf zeichnen», unterstrich Heimann das grosse Talent des «Klassikers unter den Jodlerkomponisten».

Seine Fähigkeit, den Menschen aus dem Herzen zu sprechen, wurde weitherum anerkannt, was Fellmann zum Ziel grosser Verehrung machte. 1947 ereilte ihn ein Schlaganfall, von dem er sich bis zu seinem Tod 1951 nicht mehr erholte. 1985 fand in Baar aus Anlass seines 100. Geburtstags ein Gedenkkonzert statt, an dem der Jodlerklub «Zytröseli» den Nordwestschweizer Jodlerverband mit seinen Liedbeiträgen vertrat.

Bergwelt und Brauchtum

Wie sehr Robert Fellmann es verstand, die Schönheit der Bergwelt mit hiesigem Leben und Brauchtum in Einklang zu bringen, war an den zehn vorgetragenen Liedern zu erkennen. Jedes dieser Lieder ist für sich ein eigenes musikalisches Universum. «Alpfahrt», «Sommerzyt», «Aelpler-Chilbi», das «Rigi-Sennelied» und die von den «Zytröselern» am Jodlerfest gesungene und mit Bestnote bewertete «Alpabfahrt» sowie die abschliessende Ode «Oh Heimatland» sind nur einige davon. Als Zuhörender sah man alles wie plastisch gestaltet vor sich.

Fellmanns Vielfalt der melodischen Einfälle und kompositorischen Mittel empfand das Publikum als wohltuend und beeindruckend. Eingestreut waren mit Akkordeon-Begleitung durch Susanne Huber Duette und Soli, in denen die junge, natürliche Stimme von Juliette Graff als geschätzter Klub-Nachwuchs besonders gefiel.

Bevor das Theaterstück «Landdienst» alle Anwesenden in seinen Bann zog, dankten die Klubmitglieder Dirigent Georg Heimann und Präsidentin Vreni von Wartburg für «unermüdlichen Einsatz durchs gesamte Jahr hindurch».