Heinrichswil-Winistorf
Die zweite Etappe der Moosbach-Renaturierung steht an

Ein erster Teil des Moosbaches in Heinrichswil-Winistorf wurde bereits 2004 renaturiert. Jetzt steht die zweite Etappe an. 180 Meter sollen noch renaturiert werden.

Rahel Meier
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Ein Teil des Moosbaches ist renaturiert, ein Teil heute noch eingedolt.

Ein Teil des Moosbaches ist renaturiert, ein Teil heute noch eingedolt.

Hanspeter Bärtschi

Im Rahmen der Erschliessung Bachstrasse wurde im Jahr 2004 ein erster Teil des Moosbaches in Heinrichswil-Winistorf renaturiert. Der zweite Teil wurde gleichzeitig im Gestaltungsplanverfahren geplant, aber bisher nicht ausgeführt. Mit der Ausführung der zweiten Etappe, welche im Landwirtschaftsland liegt, sollte zugewartet werden, bis die erste Etappe vollständig abgeschlossen war. Nach erfolgtem Abschluss der ersten Etappe und dem nötigen Landerwerb für die zweite Etappe können nun die restlichen 180 Meter noch renaturiert werden.

1948 wurde der Bach eingedolt

Die Neugestaltung des Moosbachs nördlich des Dorfes ist im Gesamtplan der Gemeinde Heinrichswil-Winistorf und im kantonalen Gewässerkonzept festgehalten. Der offene Abschnitt des Moosbaches soll von der Gemeindegrenze bis an die Dorfgrenze verlängert werden. Dabei wird die Eindolung – die mit der Güterregulierung 1948 erfolgte – aufgehoben und sämtliches Drainagewasser aus den umliegenden Landwirtschaftsgebieten über den offenen Graben abgeleitet. Die Linienführung des Baches ist vorgegeben und läuft entlang eines parallelen Flurweges. Gleichzeitig wird der Moosbach damit mit dem Schorenbach vernetzt.

Auch Hochwasserschutz

Ein rund 60 Meter langes Absetzbecken soll Feinsedimente aufnehmen und verhindern, dass dieses weitergetragen wird. Der Bachlauf wird naturnah gestaltet, dem Gewässer soll der nötige Platz gelassen werden. Die Bachsohle wird zirka 60 Zentimeter breit ausgebildet und kommt in einen lehmigen, mit Steinen versetzten Untergrund zu liegen. «Der Bach führt nicht allzu viel Wasser. Trotzdem wird er so gestaltet, dass es bei Hochwasser nicht zu Überschwemmungen kommt», meint Martin Meister (Ingenieur, W+H Biberist).

«Die Kosten für die Renaturierung sind für eine kleine Gemeinde wie die unsere relativ hoch», so Gemeindepräsident Thomas Fischer. Aber der Gemeinderat und die Bevölkerung stünden voll hinter dem Projekt. So werde neuer Lebensraum für Tiere und Pflanzen geschaffen und die Landschaft werde vernetzt. «Wir schaffen am Moosbach einen Naherholungsraum, der nicht nur von unseren Einwohnern genützt werden kann.»

Subventionen zugesichert

Die Renaturierung des Moosbaches ist in einem Gestaltungsplan mit Sonderbauvorschriften festgehalten. Dieser wurde im Jahr 2004 vom Regierungsrat genehmigt. Die erste Etappe der Planung wurde jedoch gemäss Gemeinderatsbeschluss und der Verhältnismässigkeit des benötigten Baulandes nur auf eine Breite von acht Metern renaturiert, wobei die Subventionen hinfällig wurden.

Der Regierungsrat hat nun einen zweiten Beschluss gefasst. Die Gemeinde kann die Subventionen für den zweiten Teil geltend machen..

Die Kosten für die zweite Etappe belaufen sich laut Berechnungen des Ingenieurbüros auf 275000 Franken. Das Bundesamt für Umwelt dürfte einen Beitrag von 35 Prozent oder höchstens 96250 Franken an Subventionen leisten. Der Kanton einen Beitrag von 45 Prozent oder 123750 Franken. Die verbleibenden 20 Prozent (55000 Franken) gehen zulasten der Gemeinde.

Mit einer Fussgängerbrücke

Neu ins Projekt aufgenommen wurde eine Fussgängerbrücke im Bereich des bestehenden Rasenweges. «Entlang des Moosbaches entsteht ein schöner Spazierweg», meint Martin Meister. Die Bauarbeiten sind bereits vergeben. Ende Juni sollte der Start erfolgen, Mitte August könnte der Bach fertig sein.