Zuchwil

«Die Zuchwiler sollen hier weiterhin einen Dorfladen haben»

Noch bedient Cecile Kälin ihre Kundschaft im Zuchwiler «Chäs-Egge». Sobald die Nachfolge geregelt ist, will sie aber aufhören.

Noch bedient Cecile Kälin ihre Kundschaft im Zuchwiler «Chäs-Egge». Sobald die Nachfolge geregelt ist, will sie aber aufhören.

Schon seit 14 Jahren führt Cecile Kälin den «Chäs-Egge» in Zuchwil. Nun sucht sie einen Nachfolger, denn sie selbst möchte altershalber zurücktreten, die AHV geniessen und mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen.

Cecile Kälin klebt Preisschilder auf einen Stapel neuer Produkte. Im Moment ist es ruhig im «Chäs-Egge», doch bald läufts wieder rund. Es ist nämlich kurz vor halb vier. Immer wenn die Angestellten der umliegenden Firmen zur Arbeit gehen oder Feierabend haben, hat Kälin zu tun.

«Wir sind sehr von den Firmen abhängig», sagt sie. Viele würden unterwegs kurz anhalten, weil sie nicht in ein grosses Einkaufszentrum wollen, weil es schnell gehen soll. «Convenience-Food wird immer beliebter», vergleicht Kälin das heutige Einkaufsverhalten mit früher.

Der Dorfladen am Juraplatz-Kreisel hat aber auch viele Stammkunden, die gerne auf einen Schwatz vorbeischauen. Und – worauf Cecile Kälin besonderen Wert legt – viele regionale Produkte und «Spezielles, das es nicht überall gibt». Auch Honig, der von ihren Verwandten produziert wird, hat die Detaillistin in ihrem Angebot.

Mehr Zeit für die Familie

Seit 14 Jahren führt Kälin den «Chäs-Egge». Eigentlich wollte sie per Anfang April dieses Jahres aufhören – altershalber, wie die 64-Jährige betont. Nicht etwa, weil ihr die Arbeit verleidet sei.

«Ich mache das hier sehr gern», hält sie fest. Und: «Klar, ich werde den Laden vermissen.» Trotzdem wolle sie nun die AHV geniessen, mehr Zeit mit der Familie verbringen, den Geschwistern, den Kindern und den fünf Enkeln.

Nur eines wurmt sie noch: Bisher hat sie keinen Nachfolger gefunden. «Es gibt viele Interessenten», erklärt Kälin. «Aber es ist nichts definitiv.» Und weil die Übergangsfrist für eine Nachfolge mittlerweile etwas knapp geworden ist, habe sie sich entschieden, noch ein wenig weiterzumachen.

Dreimal Baustelle vor der Tür

«Nach so langer Zeit liegt einem der Laden schon am Herzen», sagt Kälin. Sie wünscht sich, dass der Laden bestehen bleibt, dass hier weiterhin Lebensmittel verkauft werden und die treuen Zuchwiler Kunden weiterhin einen Dorfladen am Kreisel haben.

Sie versteht aber auch, dass man sich heute reiflich überlegt, einen solchen Laden zu übernehmen. «Es ist nicht einfach», sagt sie. Und es gebe immer Dinge, auf die man keinen Einfluss habe. «In 14 Jahren hatte ich dreimal eine Baustelle vor der Türe, zuletzt acht Monate lang. So etwas kann für ein Geschäft tödlich sein.»

Dennoch: Der «Chäs-Egge» habe einen guten Standort, versichert sie. Kälin kam seinerzeit hierher, als der Milchverband Miba die Dorfläden an Selbstständige übergab. Ihr alter Arbeitsort, der Miba-Laden in Ammannsegg, habe ihr eine zu unsichere Lage gehabt.

Der Laden in Zuchwil hingegen hat für Kälin auch weiterhin Potenzial. Besonders freuen würde sie sich, wenn ihr Nachfolger weiterhin auf Regionales und Nischenprodukte setzt. «Diese werden von der Kundschaft sehr geschätzt.»

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