Lommiswil
Die «Weisen aus dem Morgenland» erfreuten mit ihrem Gesang

Viele Kinder haben sich bei der Katholischen Kirchgemeinde Oberdorf-Langendorf-Lommiswil fürs Sternsingen angemeldet. So viele, dass zwei Gruppen gebildet werden konnten, die Institutionen und Haushalte in Lommiswil und Bellach mit Gesang erfreuten.

Bea Kaufmann
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Sternsinger in Lommiswil unterwegs
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Aus voller Kehle.
Erwachsene unterstützen den Gesang der Sternsinger.

Sternsinger in Lommiswil unterwegs

Beatrice Kaufmann

Weihrauch lag in der Luft, ein goldener Stern erschien, es folgte eine bunte Schar junger Könige und Diener. An diesem Wochenende waren die Sternsinger wieder unterwegs. «Wir sind die drei Weisen aus dem Morgenland», stellten sie sich den Menschen singend vor und brachten damit grosse Freude sowie den Segen Gottes in viele Lommiswiler Haushalte.

Hier lachten Kinder fröhlich ob der bunten Kleider der Sänger, da zückten Erwachsene den Fotoapparat, um das besondere Ereignis festzuhalten.

Sternsinger haben Zuwachs

«Jö, wie härzig dir sit!» Diese herzliche Begrüssung erfuhren die Kinder bereits an ihrem ersten Zielort, dem Altersheim Leuenmatt in Bellach. «Bellach hat seit diesem Jahr wieder eigene Sternsinger, sie sind aber nur zu viert», erzählt Martina D’Antoni, die das Sternsingen in Lommiswil zusammen mit Katrin Flury organisiert. Daher hätten die Lommiswiler Sternsinger, wie auch schon in den letzten Jahren, dem Altersheim einen Besuch abgestattet. Neben dem Leuenmatt standen Privathaushalte auf dem Plan.

Wer Caspar, Melchior, Balthasar und deren Gefolge Einlass gebieten wollte, konnte sich bei der katholischen Kirchgemeinde im Vorfeld melden. Gleiches galt für die Kinder, die als Sternsinger durchs Dorf ziehen wollten. Und hier haben sich viele gemeldet – mehr als üblicherweise. «Wir haben dieses Jahr zum ersten Mal zwei Gruppen bilden können», erzählt D’Antoni. Waren letztes Jahr noch acht Kinder als singende Weise unterwegs, so meldeten sich heuer doppelt so viele für den traditionellen Brauch.

Mehraufwand für die Kleider

Dafür haben die Organisatorinnen auch einen gewissen Mehraufwand auf sich genommen, etwa das Nähen von neuen Kostümen. «Wir hatten nur drei Königskostüme.» Kurzerhand wurden diese um drei weitere ergänzt, damit die grosse Kinderschar in zwei Gruppen unterteilt werden konnte. Die Organisation des Sternsingens erfolge freiwillig und man sei stets auf der Suche nach weiteren Helfern. «Vor allem nach solchen, die Blockflöte spielen können», ergänzt Flury lachend. Denn der Gesang der Kinder wird durch erwachsene Begleiterinnen auf der Blockflöte begleitet.

Kinder helfen Kindern

In jeder Gruppe geht ein Sternträger voran, ihm folgten die Könige Caspar, Melchior und Balthasar in Grün, Rot und Blau, sowie ihre Diener. Immer mit dabei sind die Geschenke für das Jesuskind, Weihrauch, Myrrhe und Gold. Zudem gesegnete Kreide und Aufkleber mit den Buchstaben C, M und B, die für die Namen der drei Könige ständen, wie die jungen Schreiber erklärten. Die zweite Bedeutung sei die lateinische Übersetzung von «Christus segne dieses Haus»: Christus Mansionem Benedicat.

Mit ihrem Gesang und der Segnung der Häuser bereiteten die Kinder aber nicht nur Freude in Lommiswil, sie helfen zusätzlich anderen Kindern. Im Rahmen der Aktion «Sternsingen 2014» von Missio, dem schweizerischen Zweig des Internationalen Katholischen Missionswerkes Missio, unterstützen jedes Jahr zahlreiche Sternsinger Kinder- und Jugendprojekte. In diesem Jahr wird ein Flüchtlingslager im ostafrikanischen Land Malawi bedacht, wo Flüchtlingskinder medizinisch versorgt werden und eine Schule besuchen können.