Flaute
Die Weihnachtszeit beschert der Kebag weniger Kehricht

Dem Berg von Geschenkverpackungen zum Trotz: Weil in diesen Tagen die Wirtschaft ruht, ist der Müllanfall in der Kehrichtsverbrennungsanlage Kebag in Zuchwil rückläufig.

Nadine Schmid
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Über Weihnachten wird der Kebag nicht so viel Kerricht geliefert wie sonst.

Über Weihnachten wird der Kebag nicht so viel Kerricht geliefert wie sonst.

Solothurner Zeitung

Vielleicht wurde der Weihnachtsbaum noch nicht abgebaut, doch das Geschenkpapier landete sicherlich bereits im Mülleimer. Doch trotz dieser jährlich produzierten Masse an Verpackungsmaterialien hat die Kehrichtsverbrennungsanlage Kebag in Zuchwil keinen Überschuss an Müll.

Im Gegenteil: Die Bunker sind im Vergleich zu anderen Monaten mehr leer als voll, nicht einmal die Hälfte des Platzes wird zurzeit beansprucht.

Wenig Müll über die Festtage

«In den Weihnachtsferien bekommen wir am wenigsten Kehricht geliefert», erklärt Kebag-Direktor Markus Juchli. «Einerseits fällt an Feiertagen die Müllabfuhr aus und andererseits sind viele Industrie- und Gewerbebetriebe über die Festtage geschlossen.»

Die Verbrennungsanlage Zuchwil verbrennt jährlich etwa 220 000 Tonnen Abfall. Sie deckt mit Ausnahme des Schwarzbubenlandes den ganzen Kanton Solothurn und einen Teil des Kantons Bern ab. Damit verarbeitet sie den Müll von 206 Gemeinden.

Der grösste Teil des Abfalls stammt zwar aus dem kommunalen Bereich (2012: 48,8 Prozent), doch der Bereich der Wirtschaft macht dennoch rund ein Drittel des gesamten Kehrichts aus (2012: 31,8 Prozent). Diese Menge fehlt über die Festtage: «In der letzten Woche des Jahres bekamen wir 2800 Tonnen Müll geliefert, normalerweise sind es wöchentlich zwischen 4500 bis 5000 Tonnen Abfall», so Juchli.

Problemfall Winter

Oft ist der Winter generell eher müllarm. Deswegen ist für die Kebag in dieser Zeit besonders gute Organisation wichtig: Die Öfen dürfen nie pausieren, denn aus der Verbrennung des Mülls wird Energie für die Heisswassererzeugung des Fernwärmenetzes gewonnen. Der Grund für den geringeren Müllanfall im Winter ist das Wetter: Liegt Schnee, wird im Baugewerbe der Betrieb eingestellt und damit auch kein Abfall mehr erzeugt, der an die Kebag geliefert werden könnte.

Aber auch die allgemeine Wirtschaftslage ist entscheidend: Während es im Winter wirtschaftlich eher ruhig ist, ist vor und nach den Sommerferien viel los. So erklären sich laut Juchli die Spitzenwerte der Mülllieferungen im Juni und im September.

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