Die Wahlen sind vorbei. Das sind die Gewinner: Vorneweg stürmt in den Gemeindewahlen in den Amteien Lebern, Bucheggberg und Wasseramt die SVP. Die rechtsbürgerlichen holten zusätzlich 3 Sitze und halten aktuell 23 Sitze. In dieser Zusammenstellung eingerechnet sind nur die Resultate der Gemeinden, in denen am vergangenen Sonntag der Gemeinderat neu gewählt wurde. Nicht berücksichtigt sind die Gemeinden, in denen bereits im Vorfeld stille Wahlen erklärt wurde.

«Es ist immer schön, wenn man zulegt»

Zusammen mit den Städten Grenchen und Solothurn kommt die SVP gar auf 28 Sitze in den Gemeinderäten. Insgesamt konnte die SVP bei der Sitzanzahl über 10 Prozent zulegen. Angesichts der geringen Verschiebungen ein Respekt erheischendes Resultat. Betrachtet man aber die das Total von 22 Gemeindewahlen am letzten Sonntag, kann nicht von einem politischen Erdrutsch gesprochen werden. Aber, und dies können sich weitere politische Gruppierungen zu Herzen nehmen, sollte man sich nicht zu schade sein, schlummerndes Potenzial auch abzuholen.

Die SVP legte dort zu, wo sie überhaupt erstmals antrat (Selzach, Obergerlafingen) oder die politischen Gegner sich beinahe vollständig zurückzogen (Günsberg plus 2 Sitze). «Es ist immer schön, wenn man zulegt», sagt Hans Marti, Präsident der SVP Amteipartei Bucheggberg-Wasseramt. «Wir haben einen guten Wahlkampf geliefert und sehr gute Kandidaten aufgestellt. Das hat sich nun in den Resultaten niedergeschlagen.»

FDP klar stärkste Partei

Klar Leader in der Anzahl der Mandate ist nach wie vor die FDP. Zwar mussten die Liberalen ein Minus von 2 Sitzen hinnehmen. Angesichts von 65 Sitzen in den 20 Gemeinden in der Region Lebern, Bucheggberg und Wasseramt ist der kleine Verlust tragbar. Nimmt man Solothurn und Grenchen hinzu, bleibt es bei dem geringen Verlust, aber die Sitzzahl steigt auf stattliche 78 Stück. «Ich finde es grundsätzlich eine gute Leistung, dass wir die Sitze grösstenteils halten konnten», kommentiert Annekäthi Schluep-Bieri, die Ansprechperson der FDP-Amteipartei Bucheggberg-Wasseramt. «Wir sind immer noch klar die stärkste Partei.» Sie begrüsse es aber auch, wenn sich das Parteienspektrum vergrössert.

SP hat «nicht schlecht abgeschnitten»

In Sachen Sitze kommt die SP der FDP am nächsten. Die Roten halten in den Gemeinden 46 Sitze und verloren wie die FDP 2 Sitze. «Wir haben nicht schlecht abgeschnitten», erklärt Doris Hirt, Kopräsidentin SP-Bezirkspartei Bucheggberg. «Wenn man die Sache richtig anpackt, kann man in den Dörfern die potenziellen SP-Stimmen holen», sagt sie überzeugt. In den beiden regionalen Städten kommen nochmals 15 Sitze hinzu.

Dort kommt zu Rot ein kräftiges Grün. 5 Sitze halten die Grünen in Grenchen und Solothurn. Auf dem Land ist Grün nur in der Agglomeration von Solothurn mit 4 Sitzen in den Gemeinderäten präsent. Zuchwil und Rüttenen haben je 2 grüne Sitze. Grün angehaucht ist auch die neue Kraft der Grünliberalen. Aber auch diese Gruppierung konnte nur in den grössten Gemeinden (Zuchwil, Solothurn und Grenchen, je 1 Sitz) punkten. In den Dörfern kommen dafür noch diverse politische Gruppierungen zum Zug, die nicht den angestammten Parteien zugeordnet werden wollen. Immerhin halten diese Gruppierungen noch 6 Sitze. Aber auch ihr Bestand verminderte sich insgesamt um 1 Sitz.

Gewinn verpufft

Bleibt die CVP, die ähnlich wie die SVP, 28 Sitze in den Gemeinden aus der Region hält. Sie verbesserte sich damit um 2 Sitze. Rechnet man aber die Städte hinzu (insgesamt 35 Sitze) verpufft der Gewinn, denn in Solothurn mussten die Schwarzen einen herben Verlust von 2 Sitzen hinnehmen. «Wir sind lokal stärker als national. Im Wasseramt haben wir ein leichtes Plus gemacht. Es ist wichtig zu spüren, dass die Mitte gestärkt wird und Lösungen anbieten kann», erklärt Stefan Berger, Präsident der CVP-Amteipartei Wasseramt Bucheggberg.