Günsberg

Die SVP greift nach der absoluten Mehrheit im Gemeinderat von Günsberg

Die SVP dürfte im Gemeinderat von Günsberg die absolute Mehrheit erringen.

Die SVP dürfte im Gemeinderat von Günsberg die absolute Mehrheit erringen.

Die SVP dürfte den siebenköpfigen Gemeinderat von Günsberg in den kommenden vier Jahren dominieren. Ihrer Sechserliste treten nur zwei Kandidaten der FDP entgegen. Die Linke nimmt an der Wahl gar nicht erst teil.

Die Dorfpolitik der letzten Jahre hat im Gemeinderat Spuren hinterlassen. Damals kämpften 13 Personen von vier Parteien (inklusive Grünliberale) um die 7 Sitze. Grosse Verschiebungen gab es nicht. Die FDP behielt ihre vier Sitze, die SP verlor einen und die SVP holte bei ihrer zweiten Teilnahme an den Wahlen einen zweiten Sitz.

Jetzt hat sich das Feld der Parteien auf zwei verringert. Die SP verzichtet auf eine Teilnahme. Elisabeth Tschumi hat nach zwölf Jahren keine Lust mehr, wieder anzutreten. Und neue Kräfte für eine Linke im Günsberger Gemeinderat konnten nicht gefunden werden. Von allen bisherigen Gemeinderäten treten einzig die SVP-Gemeinderäte und SVP-Ersatzgemeinderäte wieder zu den Gemeindewahlen an. Zusammen mit zwei weiteren Kandidaten verfügt die SVP über eine Sechserliste. Dem gegenüber steht eine Zweierliste der FDP. Die innerlich zerrissene FDP will neue Kräfte zum Zug kommen lassen. Sowohl der Gemeindepräsident Hansrudolf Reber (altershalber) als auch Gemeinderätin Beatrice Sterki Baumgartner (persönliche Gründe) und die Gemeinderäte Stefan Guldimann sowie Jörg Steiner (alle FDP) treten nicht mehr an.

Stefan Guldimann bleibt der FDP aber als Parteipräsident erhalten. «Mit zwölf Jahren habe ich lange genug der Gemeinde gedient», begründet Guldimann seinen Rückzug, der der FDP aber als Parteipräsident erhalten bleibt. Auch Jörg Steiner habe bereits 7 Jahre im Gemeinderat auf dem Buckel.

Zumindest zwei Sitze für die FDP

Die FDP geht mit dem jungen Philipp Eng (1993), Sohn von Staatsschreiber Andreas Eng, sowie Andreas Bühler in die Ausmarchung. «Wir wollen zwei Sitze holen», sagt Guldimann. Wenn es mehr sein sollten, müsste die FDP auf die Suche nach weiteren Interessenten gehen. Ziel der FDP sei es, den liberalen Gedanken im Dorf zu verankern und Sachpolitik zu betreiben. «Wir wollen das Dorf weiterbringen.» Die Schule soll im Dorf bleiben und gesunde Finanzen seien weitere Ziele. «Aber wir wollen die Gemeinde nicht zu Tode sparen.» Wenn es sein müsste, werde man auch die Steuern erhöhen. In Sachen Gemeindepräsidium hält sich Guldimann noch zurück. «Wir warten ab. Es wird viel spekuliert im Dorf.» Eine solche Spekulation ist auch der Antritt von Beatrice Sterki.

Nicht ganz wohl ist es der SVP, plötzlich mit einer Sechserliste gegen eine Zweierliste der FDP antreten zu müssen. «Acht Kandidierende für sieben Sitze ist schon etwas speziell», sagt Vizegemeindepräsident Daniel Kaufmann. «Viele drängten uns, einen Namen auf der Liste zu streichen, und stille Wahlen durchzuführen.» Aber dagegen wehre er sich vehement. Er bevorzuge Wahlen, damit innerhalb des künftigen Gemeinderates eine Rangliste Auskunft darüber gibt, wer verzichten muss, falls eine externe Person ins Gemeindepräsidium gewählt wird. «Wir haben unsere Pflicht erfüllt, Kandidaten evaluiert und ausgewählt. Wenn die anderen Parteien da Mühe hatten, ist das nicht unser Problem», sagt Parteipräsident Patrick Künzi.

Wer wird Gemeindepräsident?

Ursprünglich setzte sich die SVP das Ziel, drei, maximal vier Sitze zu holen. Nun könnte die Partei gar mehr Sitze holen. Kaufmann ist überzeugt, dass die SVP-Liste ausgewogen ist. «Wir decken ein breites Band ab. Schade haben wir keine Frau gefunden.» Oberstes Ziel der SVP sei es, die Selbstständigkeit von Günsberg zu erhalten. Und Patrick Künzi ergänzt: «Wir wollen zusammen mit den anderen Parteien Dorfpolitik betreiben.» In Sachen Kandidatur fürs Präsidium bleibt er bedeckt. «Wir warten die Wahlen ab.»

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