Gemeinderat
Die Spitex-Mitarbeiter in Zuchwil sind am Anschlag

Die Einsatzstunden sind deutlich gestiegen – die Pensen für die Spitex werden erneut erhöht. Gemeindepräsident Stefan Hug unterstützt den Antrag für eine Pensenerhöhung um 400 Prozent.

Gundi Klemm
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Die Spitex-Dienste brauchen mehr Personal. Im Bild ist Leiterin Patrizia Häberli vor dem Birchihof.

Die Spitex-Dienste brauchen mehr Personal. Im Bild ist Leiterin Patrizia Häberli vor dem Birchihof.

Christof Ramser

Die Einsatzstunden in den Spitex-Diensten Zuchwil haben deutlich zugenommen. Dies berichtete die Spitex-Leiterin Patrizia Häberli am Donnerstagabend dem Zuchwiler Gemeinderat. Die im April gewährte Pensenerhöhung um 200 Prozent reiche nicht aus, weil auch in diesem Jahr die 18 587 Stunden des Vorjahrs mit hochgerechnet 19 900 Einsatzstunden bei weitem übertroffen würden. Gemeindepräsident Stefan Hug (SP) stellte ebenso fest, dass sich viele Spitex-Mitarbeitende durch Überlastung und die auf 1338 Stunden angeschwollenen Überzeiten «am Anschlag» befänden. Er unterstützte nachdrücklich den Antrag auf öffentlich-rechtliche Pensenerhöhung von 1400 auf 1800 Prozent.

Interne Konflikte – Brauchli geht

Die Leiterin des Sozialdiensts Zuchwil-Luterbach, Ferdinanda Brauchli, hat gekündigt. Ende September wird sie ihre Arbeit in Zuchwil beenden. Die Trennung verläuft nicht ohne Nebengeräusche. Seit Längerem gab es interne Differenzen und Konflikte, die teilweise nach Aussen getragen wurden. Gemeindepräsident Stefan Hug hält fest, dass Ferdinanda Brauchli fachlich gute Arbeit geleistet habe. Dass die Fallzahlen nicht explosionsartig angestiegen sind, sei ihr Verdienst. «Aber auf der Beziehungsebene hat es geharzt.» Man habe den Draht zueinander nicht gefunden, und nun seien die Fronten verhärtet, sagt Hug offen. Er wolle die persönlichen Differenzen nicht nach Aussen tragen, doch es sei ihm bewusst, dass Probleme nicht totgeschwiegen werden können. Brauchli, die derzeit in den Ferien ist, habe von sich aus gekündigt. Sie hatte den Sozialdienst seit Anfang 2010 geleitet. Die Stelle wird ausgeschrieben und von zwei Fachpersonen interimistisch übernommen. (crs)

Um Arbeitsspitzen abzudecken, können die Spitexdienste Personal mit einem Pensum unter 40 Prozent weiterhin privatrechtlich anstellen. Aus dem Rat wurde die grundsätzliche Frage gestellt, ob das Spitexwesen und damit seine Aufwendungen «uferlos weiterwachsen». Häberli verwies auf die demografische Entwicklung, frühzeitige und damit pflegeaufwendige Spitalentlassungen und nicht zuletzt auf den gesetzlichen Auftrag an Kommunen, ambulant tätige Pflegeorganisationen einzurichten. Mit einer Enthaltung stimmte der Rat der Pensenerhöhung zu.

Einstimmig unterstützt kann das Projekt «Regionaler Nachtdienst», das die Spitexorganisationen Stadt Solothurn und Langendorf/Oberdorf gemeinsam mit Zuchwil aufgleisen, in der Konzeptplanung fortgesetzt werden. Auf ein Jahr gerechnet würde die finanzielle Beteiligung für Zuchwil bei 12 500 Franken liegen. Die neue Dienstleistung, die dem kommunalen Altersleitbild entspricht, dürfte im nächsten Jahr starten.

Arbeitsgruppe für die Integration

«Wir sind eine heterogene Gemeinde. Uns stünde es gut an, zu überprüfen, was bereits an Integrationsstrukturen vorhanden ist und womit das Zusammenleben noch verbessert werden kann», befürwortete Gemeindepräsident Hug die Einsetzung einer Arbeitsgruppe. Carlo Rüsics (SVP) befürchtete, dass mit Arbeitsgruppe und möglicher späterer Schaffung einer Fachstelle Integration ein zusätzliches Angebot mit Kostenfolge kreiert werde. Dieser Sicht stimmte auch die FDP mit Sprecher Bruno Ziegler zu. Bea Schibler (SP) entgegnete, dass das Thema Integration von Migranten zu den «abgesegneten Legislaturzielen» des Gemeinderates zähle. Deshalb sei diese Arbeitsgruppe gerechtfertigt, um vor allem auch die umfangreiche Arbeit des Vereins Zusammen (ZiZ) in Zuchwil zu unterstützen.

Namens der CVP betonte Vizegemeindepräsident Daniel Grolimund, dass es zu einer «Gemeindepolitik mit Augenmass» gehöre, sich einen Überblick über das bereits Vorhandene in der Integrationsarbeit zu verschaffen, weitere Bemühungen aber möglichst mit vorhandenen Kräften abzudecken. Zustimmend äusserte sich die Fraktion der Grünen, die auf mögliche Unterstützung durch Bundesgelder hinwies. Grossmehrheitlich einverstanden (16 zu 7 bei 1 Enthaltung) war der Rat mit der Einsetzung der Arbeitsgruppe. Die definitive Zusammensetzung aus Parteidelegierten, der Einwohnergemeinde, dem Verein ZiZ und einer Vertretung der Migrantinnen wird später festgelegt.

5-Mio-Kredit zurückbezahlen

Obwohl bereits stundenlang in der Gemeinderatskommission «gestrählt», machte der Rat es sich nicht leicht, den Finanzplan für die Periode bis 2020 zur Kenntnis zu nehmen. Finanzverwalter Mike Marti erwähnte die nach altem Finanzausgleich aufgestellten Rahmenbedingungen, die sich auf belastbare, «plansichere» Zahlen der juristischen Personen mit jährlichen Steuererträgen bis zu 10 Mio. Franken aufbauen. Ab 2015 allerdings könnte die Verschuldung bei abnehmendem Selbstfinanzierungsgrad wieder zunehmen. Im Augenblick sei die Liquidität so gut, dass im Oktober ein Kredit von 5 Mio. Franken zurückgezahlt werden könne.

Die Detailberatung widmete sich den Gesamtinvestitionen von 31,2 Millionen und Einzelpositionen wie Fahrzeugbeschaffung Feuerwehr und Sanierungen im Sportzentrum. Patrick Marti (SP) und Silvio Auderset (SVP) sprachen sich für eine Begrenzung der Investitionen im Jahr 2015 auf 4 Mio. aus, davon nur 1 Mio. Franken fürs Sportzentrum. Der Antrag wurde abgelehnt. Somit belaufen sich gemäss Antrag Bea Schibler die Investitionen der Einwohnergemeinde Zuchwil ins Sportzentrum 2015 auf brutto 1,3 Mio.Franken.

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