Halten

Die schwarzen, schweren und mechanischen Maschinen faszinieren bis heute

Aussteller Fritz Fankhauser mit einer Zeigerschreibmaschine.

Aussteller Fritz Fankhauser mit einer Zeigerschreibmaschine.

In einer Ausstellung im Museum Wasseramt zeigt der Schönbühler Fritz Frankhauser 50 seiner Schreibmaschinen aus den Jahren 1886 bis 1949. Unter den Ausstellungsmodellen findet sich dabei auch so manche Rarität.

Unwillkürlich erinnern die alten Schreibmaschinen im Ausstellungsspeicher des Museums Wasseramt an die quirlige Melodie «The Typewriter», in welcher die Schreibmaschine zum Perkussionsinstrument wird. 50 mechanische Schreibmaschinen aus den Jahren 1886 bis 1949 zeigt Fritz Fankhauser (Schönbühl) aus seiner Sammlung.

Die grösstenteils schwarzen, durchdachten Apparate beeindrucken mit ihren ausgeklügelten Tastaturen und Übertragungsvorrichtungen. «Williams Model 2» heisst die aus dem Jahr 1890 fabrizierte Maschine aus Amerika, bei welcher die Typenhebel in Ruhestellung auf einem Farbkissen liegen. Das Modell «Salter», der gleichnamigen englischen Firma, war ab 1898 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges die führende englische Schreibmaschine.

Die deutsche «Kanzler Nr. 3» ist mit Schnell-Schreibmaschine beschriftet. Sie weist nur 11 Typenhebel mit je acht Zeichen auf, die sich beim Schnellschreiben nicht so leicht verfangen konnten. Die «Kanzler» ähnelt der «Adler 7 + 8», um 1900, die flachliegende, radspeichenartig angeordnete Typenhebel aufweist.

Inklusive Sekretärin

In Europa war ab 1896 die «Remington» aus den USA, mit Aufschlag von unten nach oben, die meistgebaute und beliebteste «Standard
Typewriter». Sie kostete rund 500 Franken.

«Beim Kauf der allerersten ‹Remington› in den USA musste die Sekretärin mit engagiert werden», weiss Fritz Fankhauser. Die «Franklin» aus den USA mit halbrunder Typenträgeranordnung, ab 1899, ist nach dem amerikanischen Präsidenten Benjamin Franklin benannt. Um 1940 baute die Firma Calanda in Biel für 220 Franken eine Kleinschreibmaschine sowie die Firma Patria in Pieterlen eine flache Reiseschreibmaschine.

Speziell interessieren die Zeigerschreibmaschinen. Hier führte die linke Hand den Zeiger über das Tableau zum gewünschten Buchstaben, angeschlagen wurde dann mit der rechten Hand. Beeindruckend sind aber auch die einstigen Buchungsmaschinen wie etwa «Madas elektrik» oder «Ruf», Letztere als erste Maschine mit Aufsatz für die Kontoblätter.

Mechanische Maschinen faszinierten Fritz Fankhauser bereits in jungen Jahren. Bevor er sich zeitgemäss der Elektronik widmete, war er Spezialist für mechanische Rechen- und Buchungsmaschinen.

Nach seiner Pensionierung weckte der Besuch eines Schreibmaschinenmuseums die Faszination für die alten Maschinen erneut. Viele unbrauchbare Objekte, total verrostet, hat er schreib- und rechentüchtig restauriert, indem er sie total zerlegte, entrostete und teilweise verchromte.

Ausstellung im Museum Wasseramt, Turm in Halten: bis 15. Juni 2014, an den Sonntagen von 13 bis 17 Uhr.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1