Schwalbenhaus
Die Schwalben dürfen nach Langendorf kommen

Der Bau eines Schwalbenturms beim Biotop neben der Sportwiese Weiermatt war im Gemeinderat von Langendorf umstritten.

Urs Byland
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Schwalben in behaglichem Nest (Archiv)

Schwalben in behaglichem Nest (Archiv)

Keystone

Langendorfs Gemeinderat ging für die letzte Sitzung vor der Sommerpause auswärts. Sitzungsort war der Gewölbekeller im Alten Spital in Solothurn. Nach der Sitzung erfuhren die Anwesenden von Betriebsleiterin Eva Gauch Wissenswertes zum Begegnungszentrum, das sich heute Kultur- und Kongresszentrum nennt. Ein solches hat Langendorf nicht. Aber mit etwas Fantasie kann man im genehmigten Schwalbenturm ein Begegnungszentrum sehen.

Die Errichtung des Heims für Mehlschwalben und Mauersegler war nicht unbestritten. «Eigentlich müsste man heutzutage ja diese Einwanderung bekämpfen», nahm es Urs Bentz von der lockeren Seite. Er stimmte der «Zuwanderung» am Ende zu.

Handfestere Gründe gegen das Schwalbenhaus kamen von Daniel Hürlimann, der die Errichtung des Schwalbenturms nicht als Aufgabe der Gemeinde ansah. Ivan Flury konterte, dass im Dorf gar kein ornithologischer Verein existiert: «Wer soll sich sonst um diese Sache kümmern.» Mühe hatte Hürlimann auch mit der Ausgabe an und für sich. «Wir müssen sparen, da kommt ein solches Begehren zur falschen Zeit.»

Diesem Argument schloss sich Patrick Suter an. Er erinnerte zudem daran, dass auf der Sportwiese Weiermatt der Turnverein ab und zu auch des Nachts ihre Kleinfeldchoreografien mit Musik übe und dies die Vögel stören könnte. Und Urs Bentz wollte wissen, ob sich beispielsweise die Kindergartenkinder vom nahen Kindergarten Weihermatt einschränken müssten. «Der Schwalbenturm hat keine Auswirkungen für die spielenden Kinder», sagte Gisela Schultis. Und Ivan Flury ergänzte: «Der Standort für den Schwalbenturm neben dem Biotop wurde evaluiert. Dieses ist abgesperrt. Und die Vögel fühlen sich sicher nicht von den Turnern gestört.» Mit 6 gegen 3 Stimmen war die Mehrheit im Gemeinderat für den Bau.

Neubauten oder nur sanieren?

Im Frühjahr wurde der Zustand der Schulanlagen analysiert, um rechtzeitig den Investitionsbedarf in die kommunalen Liegenschaften zu ermitteln. Der Gemeinderat machte sich anschliessend selber ein Bild bei einer Begehung der Objekte. Nun legte der Gemeindepräsident dem Gemeinderat ein Papier «Weiteres Vorgehen» vor.

Darin ist die Rede von einem hohen Investitionsbedarf in die Schulanlagen, Bedürfnis nach Schulraum sowie Ortsplanung. «Es ist klar: Wenn wir keinen Neubau brauchen für mögliche zusätzliche Schulräume, dann sanieren wir nur die Schulanlagen», so Berger. Aufgrund der Fakten sei es zum heutigen Zeitpunkt nicht zu verantworten, grundlegende Investitionen in irgendeine Schulliegenschaft zu tätigen.

Damit ist klar, dass der künftige Bedarf von Schulraum genau evaluiert werden muss. Der Gemeinderat erteilte der bestehenden Arbeitsgruppe Kindergarten den Auftrag, den Schulraumbedarf zu berechnen. Zudem wird eine Fachperson damit beauftragt, ein Pflichtenheft für die Durchführung eines Ideenwettbewerbes zu erstellen. Dieser könnte durchgeführt werden, falls neue Bauten erstellt werden müssten.