Deitingen
Die Schliessung der Bäckerei Rihs hinterlässt eine Lücke im Dorf

Peter Rihs hat das Rentenalter erreicht. Fast 34 Jahre lang haben er und seine Frau Doris in Deitingen die Bäckerei gleichen Namens mit grossem Einsatz und viel Freude geführt.

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Doris und Peter Rihs schliessen ihre Bäckerei, in der sie 34 Jahre lang Brote und Backwaren verkauften.

Doris und Peter Rihs schliessen ihre Bäckerei, in der sie 34 Jahre lang Brote und Backwaren verkauften.

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In den Jahren 1949/1950 hat Ernst Schär zusammen mit seiner Frau das 3-Familienhaus mit der Backstube und dem Laden am Bahnweg 2 bauen lassen. Vorher hat der Bäckermeister in Oekingen gewohnt und seine Kundschaft jeden Tag mit der Hutte am Rücken bedient. Fast 30 Jahre später, am 1. Oktober 1979, haben Peter Rihs und seine Frau Doris die Liegenschaft übernommen.

Die beiden haben sich berufliche Erfahrungen in Biel erworben, er als ausgebildeter Bäckermeister, sie im Verkauf. Schon bald haben sie sich im Dorf wohlgefühlt und einen grossen Kundenkreis gewonnen. Im vielseitigen Familienbetrieb haben sich über die Jahre viele junge Menschen zum Bäcker-Konditor oder zur Detailhandelsangestellten ausbilden lassen können.

Mit Leidenschaft gebacken

Peter Rihs hat von Anfang an die Backtradition hoch gehalten und das Bäckerhandwerk mit Leidenschaft gepflegt. Jeweils am Abend hat er den sogenannten Vorteig zubereitet und ausschliesslich unbehandeltes Mehl verwendet. Der Reifung der Teige ist genügend Zeit eingeräumt worden. So haben sich die natürlichen Aromen entfalten können. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die Brote aus der Backstube Rihs lange frisch hielten.

Das Angebot an kleinem Backwerk, an Patisserie und Torten war beachtlich. Hausspezialitäten waren die «Deitingerli» und die Konfekt-Mischungen, ebenso eine Auswahl an Pralinen, Eigenfabrikat. In der Advents-und Weihnachtszeit waren jeweils die knusprigen Lebkuchenhäuschen eine Augenweide. Die selbst hergestellten Schokoladenhasen an Ostern waren ebenfalls begehrt.

Doris Rihs war kreativ bei der Gestaltung der Schaufenster. Auf originell eingepackte Geschenke hat sie stets viel Wert gelegt. Seit 1985 ist dem Laden auch eine Café-Stube angegliedert. Während des Baus der Bahnunterführung 1996 bis 1998 war der Zugang zur Bäckerei oft erschwert. Dank einer treuen Stammkundschaft hat die Bäckerei diese Krise überwunden.

Wenn Doris und Peter Rihs in diesen Tagen ihren Betrieb schliessen, denken sie mit Wehmut an die arbeitsintensive Zeit und an die vielen guten Kontakte zurück. Zufriedene Kunden aus dem Dorf und auch aus der näheren Umgebung werden das knusprige Brot und die feinen Erzeugnisse aus der Backstube vermissen. (AMH)