Wintersaison

Die Saison auf dem Balmberg ist eröffnet - vorläufig jedenfalls

Sonne, Spass und eine (dünne) Schneeschicht ob 500 Meter über dem Nebelmeer: Der Winterbetrieb hat Fahrt aufgenommen - vorläufig jedenfalls. Noch wird vielerorts in dem kleinen, aber feinen Skigebiet improvisiert.

Der Balmberg lebt – gerade in diesen Tagen – von der Improvisation. Die Hänge auf gut 500 Metern über dem Nebelmeer sind mit einer Schneeschicht überzogen. Von den braunen Flecken, die die wärmenden Sonnenstrahlen da und dort in die weisse Decke gebrannt haben, lassen sich die Wintersportler beim Höfli aber nicht aufhalten.

Ein Knirps auf zwei Brettern saust unbeschwert über die aperen Stellen hinweg, Papi kurvt schwungvoll aussen herum. Schon braust ein Schneetöff mit Anhänger heran, kippt eine Ladung Schnee auf die Piste und verschliesst die Grasnarbe. Betriebsleiter Bele Schmid steht mit dem Handy am Ohr oben am Tellerlilift und informiert über die Pistenverhältnisse: «Der Schnee beim Höfli wird langsam knapp.»

Dann blickt er zum Kählelift hinüber, der vollständig im Schatten liegt. «Dort drüben sieht es besser aus.» Tatsächlich: Die Schneedecke ist geschlossen, und vereinzelt sieht man schwarze Punkte auf dem schmalen Pistenband zwischen den Bäumen hindurchsausen. Auch gestern Abend war der Lift für das Nachtskifahren in Betrieb.

Raclette, Hotdogs und kühle Drinks

Improvisation ist ebenfalls beim Verpflegungsangebot gefragt. Weil das Kurhaus wohl die ganze Saison über geschlossen bleibt, haben die Betreiberfamilien der Skilifte ein Ersatzangebot geschaffen. Kurzerhand wurde ein Holzverschlag vor das Häuschen beim Seilpark gebaut. «Damit die Gäste wenigstens vor Wind und Wetter geschützt einen Imbiss zu sich nehmen können», sagt Schmid. Ein Gas- und ein Holzofen sorgen für wohlige Wärme im Verschlag, Hotdogs sowie kalte und warme Getränke stehen bereit, während es an der Schneebar neben der Talstation des Kählelifts von Heidi Kurth nach Raclettekäse duftet.

Schnelle Hilfe aus dem Stegreif ist auch weiter unten an der Talstation des Höfliliftes gefragt. Wer dort arbeitet, verkauft nicht nur Tickets oder hilft beim Anbügeln, sondern hat auch Werkzeug zur Hand, falls eine Snowboardbindung neu eingestellt werden muss, oder hilft beim Suchen, wenn ein Kleinkind die Eltern kurzzeitig aus dem getönten Blickfeld der Skibrille verloren hat.

Die beste Zeit im Jahr

Bele Schmid ist zufrieden mit dem Saisonbeginn. «Wir müssen zufrieden sein mit dem, was wir haben.» Der Betrieb war während der Weihnachtstage geöffnet, vor allem Familien mit Kindern fanden den Weg für Lernfahrten auf den Balmberg. Aber auch für Schlittler und passionierte Skifahrer sei das Gebiet interessant, sagt Schmid. Dass nun in der Altjahreswoche eine zwar dünne, jedoch harte Schneeschicht liegt, sei optimal. «Das ist die beste Zeit im Jahr, dann läuft bei uns auf dem Berg am meisten.» Sieben Personen sind derzeit im Einsatz. An guten Tagen hingegen, wenn auch der Rötilift und das Airboard-Bödeli geöffnet sind, können es bis zu 30 Helfer sein.

Vorläufig verspricht der Blick auf die Wetterprognosen keinen Ansturm auf den Balmberg. Trotzdem: Wer heute vor der Haustür nach einem kleinen und feinen Skigebiet sucht, kommt auf seine Kosten. Betriebsleiter Schmid indes richtet seinen Einsatzplan längst nicht mehr nach der Wetterprognose. «Ich glaube nur an Schnee, wenn ich ihn sehe.» Und wenn dann plötzlich doch der Winter mit voller Kraft hereinbricht, dann muss Bele Schmid eben improvisieren.

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