Franziska Ritter-Kofmehl lebte neun Jahre lang im Tessin und arbeitete als medizinische Laborantin. Nach ihrer Rückkehr arbeitete sie im Bürgerspital Solothurn. Eines schönen Tages rief ihr Vater an und bat sie, als Büroangestellte ins Geschäft zu kommen. «Ich brauche dich in meiner Firma», meinte er. Ritter hat fünf Brüder, aber keiner wollte damals in die väterliche Firma einsteigen. Sie hat es 1979 riskiert. «Ich habe meinem Vater gesagt, dass ich das für ein Jahr probieren werde.» Geworden sind es schliesslich 34.

Sieben Jahre lang führten Vater Franz und Tochter Franziska die heutige Kofmehl Holz AG gemeinsam. «Ich bin froh, dass mein Vater am Anfang da war», meint Franziska Ritter heute. «Er war sehr fortschrittlich in seinem Denken. Frauen waren für ihn gleichberechtigt.» So konnte sich die damals rund 30-Jährige in der Männerwelt einen Platz erkämpfen. Denn ganz zu Beginn war es noch üblich, dass man auf «Sagitour» ging. «Da haben wir unsere Lieferanten besucht. Die Säger in Frankreich wollten das Geld jeweils gleich mit einem Check haben», erinnert sie sich. Als Frau sei sie da schon aufgefallen.

Viel ins Attisholz geliefert

Aus der ehemaligen Sägerei und dem späteren Zimmereibetrieb wurde mit den Jahren eine reine Holzhandelsfirma. «Das war nicht geplant. Das hat sich einfach mit der Zeit so ergeben.» Insgesamt fünf Personen arbeiten heute für die Kofmehl Holz AG, die seit 2002 FSC-zertifiziert ist. Das Attisholz war lange Jahre der grösste Abnehmer der Firma. Daneben wurden vor allem die Papierfabriken in Utzenstorf und Perlen mit Papierholz beliefert. «Heute sind es fast ausschliesslich Produzenten von Spanplatten (Kronospan) und die beiden Papierfabriken, die unser Holz beziehen», meint die neue Geschäftsführerin Miriam Salzmann.

«Rund zwei Drittel des Holzes, dass die Kofmehl Holz AG zurzeit umschlägt, sind Schweizer Holz», so Salzmann weiter. Der Rest werde aus dem nahen Ausland importiert. Vor Ort ist das Holz allerdings kaum zu sehen. Nur selten wird es in Subingen gelagert. Üblicherweise wird es direkt aus dem Wald zum Käufer transportiert.

Wieder eine junge Frau

Miriam Salzmann ist fast gleich alt, wie es Franziska Ritter-Kofmehl war, als sie in die Firma ihres Vaters einstieg. Die 29-Jährige ist gelernte Hochbauzeichnerin. Sie hat mitgeholfen, das Kofmehl-Huus in Subingen zu planen und war auch bei der Ausführung des Baus beteiligt. Das Kofmehl-Huus steht dort, wo früher die Sägerei und später der Zimmereibetrieb standen. Im Gebäude sind Ärzte, ein Zahnarzt, Therapeuten und ein Fitness-Studio eingemietet. Auch die Kofmehl Holz AG hat ihren Firmensitz im Neubau.

«Als Hochbauzeichnerin bin ich mir eine eher männerlastige Arbeitswelt gewohnt», meint Miriam Salzmann. Sie hat zudem in den letzten vier Jahren gemeinsam mit ihrer Tante den Betrieb geführt und weiss, worauf sie sich einlässt. Spezielle Zukunftspläne hat sie nicht. «In diesem Metier muss man immer flexibel bleiben und den Markt und die Anforderungen genau beobachten.»