Weissenstein
Die Ruhe vor dem Ansturm auf dem Solothurner Hausberg

Schöne Herbsttage locken Besucherscharen auf den Berg – doch der ganz grosse «Run» kommt erst. «Die Leute warten seit fünf Jahren, dass sie wieder mit einer Seilbahn auf den Berg können», so die Sennhaus-Wirtin.

Christoph Neuenschwander
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Wanderer und Biker
38 Bilder
Wanderer in Richtung Röti
Wanderer beim Kurhaus
Wanderer beim Kurhaus
Wanderer beim Start in Oberdorf
Wanderer beim Hinterweissenstein
Tochter von Annegret Stucki, Wirtin des Restaurant Hinterweissenstein
Weissenstein
Terrasse der Sennhütte
Spaziergänger Richtung Hinterweissenstein
Sennhütte
Restaurant Hinterweissenstein
Restaurant Hinterweissenstein, ein Paar aus Saarbrücken setzt sich auf das Sesseli der alten Bahn
Restaurant Hinterweissenstein, Wandergruppe aus Zürich, Basel Aarau
Restaurant Hinterweissenstein mit Annegret Stucki und ihrer Tochter, die im Service hilft, Gästen aus der ganzen Schweiz und sogar aus Deutschland
Rast am Waldrand
Kurhaus Terrrasse
Man betrachtet die neue Bergstation
Junges Paar aus Derendingen auf der Terrasse des Restaurant Hinterweissenstein
Kurhaus Terrasse
Gleitschirm, es hat zu viel Nebel zum Fliegen
Im Kurhausd gibt es Flammkuchen
Federballspiel
Ein spezielle Gefährt ist auf dem Weissenstein anzutreffen
Familie im Nebel
Einbahnverkehr auf den Berg
Ein einsamer Jogger
Ein Paar aus Winterthur auf der Terrasse des Kurhauses
Dieser Balsthaler Biker kam vom Balmberg
Das Kurhaus Weissenstein
Den Gedanken nachhängen - oder telefonieren
Das Kurhaus im Nebel
Baselbeieter Paar am Wurst bräteln
Chaesschnitte im Restaurant Hinterweissenstein
Biker auf dem Weg zum Althüsli
Althüsli und Hasenmatt
Annegret Stucki, Wirtin des Restaurant Hinterweissenstein
Annegret Stucki, Wirtin des Restaurant Hinterweissenstein_1

Wanderer und Biker

Oliver Menge

Zwei Männer sitzen im Restaurant Sennhaus. «Wir sind seit zehn Tagen unterwegs», erzählen sie mit französischem Akzent. Von Lausanne aus haben sie die Jurahöhen durchwandert, bis hier her auf den Weissenstein. Zugegeben, das Sennhaus ist nicht ihr finales Ziel; nach dem Mittagessen gehts weiter. Dennoch kann man nur bewundern, welche Strapazen die beiden auf sich genommen haben, um auf den Solothurner Hausberg zu gelangen.

Auf der Terrasse scheint die Sonne, und Sennhaus-Wirtin Annemarie Niederberger resümiert zufrieden: «Der Sommer war zwar etwas verregnet, aber der Umsatz war ähnlich wie im letzten Jahr.» Jetzt hoffe sie noch auf einen schönen Herbst. «Der ist immer wichtig auf dem Berg. Auf jedem Berg.» Noch wichtiger aber ist der 20. Dezember. Und die Baustelle neben dem Kurhaus. Von Auswärtigen werde sie hin und wieder gefragt, was denn dort eigentlich gebaut werde.

Ausspannen, bevor es losgeht

Eine Bergstation, natürlich, aus der ab besagtem Dezembertag hoffentlich die Besucher strömen werden. Bisher hat die Baustelle weniger Kundschaft gebracht als erhofft. Die Zahl der Baustellentouristen halte sich eher in Grenzen, so Niederberger. Dafür konnte sie die Arbeiter regelmässig verköstigen.

«Die Leute warten seit fünf Jahren, dass sie wieder mit einer Seilbahn auf den Berg können», sagt Annemarie Niederberger. In der ersten Zeit rechne sie mit einem grossen Ansturm. Deshalb bleibt das Sennhaus von Mitte November bis Anfang Dezember geschlossen. «Wir wollen noch ein wenig ausspannen, bevor es los geht.» Spitzenzeiten habe es aber freilich auch in den vergangenen fünf Jahren immer wieder gegeben. Im Sommer seien die Gäste mit den Autos oder dem Postauto hochgefahren – da habe man das fehlende Sässeli weniger stark bemerkt als im Winter, wenn oft die Strasse gesperrt ist. Und ausserdem ist der Berg auch schön zu erwandern. Man muss ja nicht unbedingt in Lausanne starten.

Busse brachten vieles ins Rollen

Auf dem Hinter Weissenstein werden Wanderer von Sina und Bumba begrüsst. Sie liegen auf dem Vorplatz an der Sonne, heben kurz die Köpfe und widmen sich wieder dem Dolce far niente ihres Hundelebens. Im Moment laufe das Herbstgeschäft im Restaurant noch etwas zaghaft, sagt Wirtin Annegret Stucki. «Aber auf dem Weissenstein hat nun mal immer das Wetter das letzte Wort.» Als Schlechtwetterausgleich habe man immerhin das Nidlenloch.

Auch Stucki ist dankbar für die Postautos, die ab Juli der ersten Seilbahn-losen Saison gefahren sind. Das Postauto habe einiges ins Rollen gebracht, so ihre Einschätzung. «Durch das Angebot wurde den Leuten überhaupt wieder bewusst, dass es den Berg ja auch noch gibt.» Das habe jenen, die sich für die Gondelbahn eingesetzt haben, sicherlich den Rücken gestärkt.

Nicht zu vergessen seien dabei aber die «treuen Berggänger, die im Sommer und im Winter, bei schönem und schlechtem Wetter regelmässig auf den Weissenstein gewandert sind.»

Immer wieder etwas Neues

Doch Wanderlust hin oder her, viele freuen sich nun einfach auf die neue Seilbahn. «Was man bisher sehen kann, sieht gut aus. Und die Gäste können es kaum erwarten, die erste Fahrt mit der Gondel zu geniessen», sagt Stucki. Das Interesse an der Bahn habe sich auch gezeigt, als Anfang August die Masten eingeflogen wurden. «Wir hatten viele Besucher auf dem Berg; das Ereignis wurde sehr gut verfolgt.» Zu Recht. Denn, wie Annegret Stucki sagt: «Es ist eine spannende Zeit. So etwas erlebt man nie mehr.» Jedes Mal, wenn sie vom Berg hinunterfahre, gebe es an der Bahn etwas Neues zu entdecken.

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