Oensingen
Die Polizei geht gegen Elterntaxis vor

Die geforderte Sicherung des Schulwegs zum Oensinger Schulhaus Oberdorf nimmt Formen an. Die Polizei verteilt Ermahnungen, Broschüren und auch sogar Bussen.

Alois Winiger
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Ob es sich hier um Elterntaxis handelt oder nicht, spielt keine Rolle. Die Situation zeigt, dass es eng werden kann beim Schulhaus. Bruno Kissling

Ob es sich hier um Elterntaxis handelt oder nicht, spielt keine Rolle. Die Situation zeigt, dass es eng werden kann beim Schulhaus. Bruno Kissling

Nicht etwa wegen der Schüler war die Polizei in den vergangenen Tagen mehrmals beim Schulhaus Oberdorf aufgekreuzt, sondern wegen den Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen oder abholen.

Die Situation wird jeweils chaotisch und prekär, weil die Mamis und Papis mit ihren Autos einfach dort anhalten, wo es gerade geht, ohne auf die Signale für Halteverbot zu achten. Und die Kinder hüpfen zwischen den Autos durch auf die Strasse.

Lotsendienst ab Montag im Einsatz

Am kommenden Montag nehmen in Oensingen die Bagger den Aushub für die Überbauung Roggenpark in Angriff. Für diese Arbeit ist die Bewilligung da, für die eigentlichen Bauarbeiten fehlt noch eine Unterschrift. Des Weiteren tritt eine veränderte Fussgängerführung in Kraft. Denn für vorerst zwei Jahre bleibt das südseitige Trottoir der Hauptstrasse auf der Höhe der Baustelle gesperrt. Folglich fällt auch die dortige Ampel beim Fussgängerstreifen weg (wir berichteten). Diese veränderte Führung der Fussgänger sorgte für hitzige Diskussionen (vergleiche Hauptartikel). Die Gemeinde hat reagiert und stellte einen Lotsendienst für Fussgänger in Aussicht. Vorgesehen dafür waren zuerst Leute der Seniorengruppe Roggenfluh. Doch daraus wird nun nichts. Die Gemeinde hat einen professionellen Dienst engagiert. Man wolle auf der sicheren Seite sein, lautet die Begründung. Zu gross wäre die Verantwortung, sowohl für die Senioren, als auch für die Gemeinde. (wak)

Es werden Bussen verteilt

Jetzt verteilt die Polizei Ermahnungen und Broschüren zum Thema Kinder auf dem Schulweg, kontrolliert auch mal ein Fahrzeug oder Reifen. Aber es werden auch Bussen verteilt. Das bestätigt Thalia Schweizer, Mediensprecherin der Kantonspolizei. Es bleibe nicht bei einzelnen Aktionen, sondern die Polizei werde immer wieder Kontrollen durchführen.

Co-Schulleiter Urs Fischer ist froh darüber, dass jetzt endlich etwas geschieht. «Es gibt ganz sicher begründete Ausnahmen für einen Schülertransport», sagt er, «doch in den meisten Fällen könnten die Kinder wirklich selbstständig zur Schule kommen.» Darauf habe man bei den Elterngesprächen regelmässig und eindringlich hingewiesen, leider mit wenig Erfolg. «Aber nun, seit die Polizei aufkreuzt, hats gebessert.»

Versprechen eingelöst

Fischer fügt bei, dass die Polizei nicht von der Schule aufgeboten worden sei, sondern von der Gemeinde. «Ja, das ist so», bestätigt Gemeindepräsident Markus Flury, «ich habe es ja versprochen.»

Er tat dies am Informationsabend, an dem im Zusammenhang mit der bevorstehenden Baustelle Roggenpark auch die Schulwegsicherung ein Thema war. Elternrat, Schulleitung und Anwohner hatten – verbunden mit einer Unterschriftenaktion – bemängelt, bei der Abzweigung Hauptstrasse Richtung Schulhaus werde für die Sicherheit der Fussgänger zu wenig getan.

Gemeint waren insbesondere die Schulkinder. Die Polizei müsse unbedingt ein Auge auf diese heikle Stelle werfen. Dafür werde man sorgen, kündigte Gemeindepräsident Flury an. «Aber die Polizei werde dann auch ein Auge auf die Elterntaxi beim Schulhaus richten.» Was nun auch erfolgt ist.