Buchegg
Die neue Gemeinde startet zwar mit Defizit, dafür mit neuem Gemeindehaus

Die Kantonsstrassen belasten das Budget von Buchegg stark. Für die abgenutzten Strassen rechnet man mit einer Investitionssumme von 250 000 Franken. Prognostiziert wird ein Steuerfuss von 115 Prozent.

Christof Ramser
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Blick ins Gemeindehaus Buchegg
6 Bilder
Hier war früher die Schulküche eingerichtet
Die Räume werden aufgefrischt
Frisch renoviert
Das Gemeinderatsszimmer
Blick in den künftigen Gemeinderatssaal

Blick ins Gemeindehaus Buchegg

Hanspeter Bärtschi

Mit Hochdruck arbeitet der Gemeinderat von Buchegg derzeit an einem Budget, damit die fusionierte Gemeinde am 1. Januar 2014 starten kann. Am 11. Dezember wird die Gemeindeversammlung in Aetigkofen beschliessen, wie viel die neue Gemeinde im ersten Jahr einnehmen und ausgeben kann. Am Donnerstagabend war dafür gar eine «Marathonsitzung» nötig, wie Gemeindepräsidentin Verena Meyer (FDP, Mühledorf) sagt.

Und doch brauchts am 14. November noch eine zweite Lesung, um einen definitiven Voranschlag zu verabschieden. Es sei schwierig, ein Budget mit halbwegs gesicherten Zahlen zu erstellen, so Meyer.

In jedem Posten bestehen Unsicherheiten, etwa bei aufzulösenden Zweckverbänden oder im Asylwesen. «Das erste Budget ist ein Blindflug», sagt Thomas Stutz (Aetingen), der im Gemeinderat für die Finanzen zuständig ist. Ein Finanzplan wird deshalb erst nächstes Jahr erstellt.

Steuersenkung hier, Erhöhung da

Klar ist: Die neue Gemeinde wird mit einem Aufwandüberschuss starten. Dies bei einem prognostizierten Steuerfuss von 115 Prozent. Immerhin: Damit können sich sechs der bisher zehn Gemeinden auf eine Steuersenkung freuen; in Mühledorf zum Beispiel sinken die Steuern so gleich um 35 Prozentpunkte. Die Bevölkerung aus Aetigkofen, Aetingen, Brügglen und Hessigkofen dagegen muss mit einer Steuererhöhung rechnen.

Kalt erwischt wurde der Gemeinderat vom neuen Kostenverteiler für die Sanierung von Kantonsstrassen. Dieser ist je nach künftigem Ortsteil unterschiedlich hoch und muss nun vereinheitlicht werden. Gerechnet wird für die abgenutzten Strassen mit einer Investitionssumme von 250 000 Franken - ein grosser Brocken für die Fusionsgemeinde.

Der Gemeinderat klärt nun ab, ob manche Arbeiten hinausgeschoben oder die Anzahl Baustellen vermindert werden können. Dadurch werde die Infrastruktur aber noch mehr beschädigt, so Meyer, und daran habe der Kanton kein Interesse.

Weniger Geld aus Finanzausgleich

Einen zweiten Dämpfer gibts beim kantonalen Finanzausgleich. Zwar wird Buchegg eine Empfängergemeinde sein, doch der erwartete Beitrag hat sich halbiert. Dies liegt laut Thomas Stutz vor allem an den Einnahmen aus ausserordentlichen Verkäufen aus dem Finanz- oder Verwaltungsvermögen, die einige Gemeinden im letzten Jahr erzielt haben - etwa aus dem Verkauf von Elektroversorgungen. Gerechnet wird nun noch mit einem Beitrag aus dem Finanzausgleich von 362 000 Franken.

Neues Gemeindehaus entsteht

Vorwärts gehts derweil mit dem An- und Umbau im künftigen Gemeindehaus der Gemeinde Buchegg in Mühledorf. Nachdem die Gemeindeversammlung im September das Bauprojekt für 770 000 Franken bewilligt hatte, sind im Gebäude derzeit Abbrucharbeiten im Gang. Im Parterre, wo die Schulküche war, wird die Einwohnerkontrolle eingerichtet.

Bis Ende Jahr soll das Erdgeschoss bereit sein für den Einzug. Im ersten Stock, wo bis vor kurzem der Forstbetrieb Bucheggberg eingerichtet war, entsteht das Gemeinderatszimmer. Und im Saal unter dem Dachstock können künftig auch Gemeindeversammlungen stattfinden - vorausgesetzt, die Platzkapazität von 120 Personen wird nicht gesprengt. Dann finden die Gemeindeversammlungen in der Mehrzweckhalle Aetigkofen statt.

Bis Anfang Mai dürfte laut Gemeindepräsidentin Verena Meyer auch der Anbau mit Lift, Nottreppe und WC-Anlagen fertiggestellt sein. Derzeit zeigen Bauprofile an, wo der Anbau stehen wird. Bereits in Betrieb ging am Donnerstagabend die neue Pelletheizung für den Wärmeverbund, an den sich nächstes Jahr auch die Kirche anschliesst.

Anders als geplant stammt das Holz nicht aus dem Bucheggberg, sondern aus Düdingen FR, wo es mit der Abwärme aus einer Biogasanlage und Sonnenenergie getrocknet wird. Meyer weist darauf hin, dass die Heizung künftig auch Holzschnitzel verarbeiten könnte, und sie versichert: «Beide Lösungen sind gleich günstig.»

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