Derendingen

Die Natel-Antenne in Derendingen wird gebaut

Eine Mobilfunkantenne auf einem Dach in Bern.

Eine Mobilfunkantenne auf einem Dach in Bern.

Das Bundesgericht hat die Einsprachen gegen die Natel-Antenne an der Kirchgasse in Derendingen in letzter Instanz abgewiesen. Für Swisscom ist klar, dass der Standort schon bald realisiert wird.

«Wann genau kann ich allerdings nicht sagen, wir wissen auch erst seit wenigen Tagen, dass das Bundsgericht zu unseren Gunsten entschieden hat. Sicher ist, dass wir die Antenne so bauen, wie sie bewilligt ist», erklärt Swisscom-Sprecher Willy Koch.

65 Einsprachen gegen das Baugesuch

Laut Baugesuch vom 9. Oktober 2007 soll ein 25 Meter hoher Mast erstellt werden, der mit drei Dualbandantennen für GSM 900 und für UMTS 2100 ausgerüstet wird. Gegen das Baugesuch wurden insgesamt 65 Einsprachen eingereicht. Diese wurden von der Baukommission Derendingen allesamt abgelehnt. Im Mai 2008 wurde die Baubewilligung erteilt. Dagegen wurde Beschwerde beim Bau- und Justizdepartement erhoben. Im Jahr 2009 wurde nach einem Augenschein und einer Parteiverhandlung ein neues Standortdatenblatt mit einer reduzierten Sendeleistung eingereicht.

Ende März 2010 wurde die Anlage vom Bau- und Justizdepartement des Kantons Solothurn mit dem neuen Standortdatenblatt genehmigt. Wiederum wurde Beschwerde erhoben und die Sache kam vor Verwaltungsgericht. Auch dieses lehnte die Beschwerden ab. Daraufhin zogen die Einsprecher vor Bundesgericht – blitzten aber auch dort in allen Punkten ab.

Zonenpläne ändern

Peter Bloch ist einer der Einsprecher. Er ist enttäuscht, dass die Antenne nun doch gebaut werden kann. «Wir haben ja vor allem die Zonenkonformität angezweifelt», so Bloch in einer Stellungnahme gegenüber dieser Zeitung. In einer Wohnzone in der Häuser nur 7,5 Meter hoch gebaut werden dürften, sei eine Antenne mit 25 Metern Höhe fehl am Platz.

«Tatsächlich haben in der Zwischenzeit mit Urtenen-Schönbühl und Hinwil zwei Gemeinden vor Bundesgericht Recht bekommen. Diese Gemeinden haben ihre Zonenreglemente geändert und können nun damit eine Antenne aus der Wohnzone verbannen.» Es gehe wohl nicht anders, als dass auch andere Gemeinden ihre Reglemente in ähnlicher Weise anpassen, so Probst.

Das Bundesgericht äussert sich in seinem Urteil vom 18. Juni zur Zonenkonformität im Fall von Derendingen allerdings relativ deutlich. Die Anlage versorge im Wesentlichen das Bauzonenland, auf dem sie steht. Dass sie weitere Teile der Gemeinde versorge, sei nicht relevant. Ebenfalls nicht anerkannt wurde der Hinweis auf den Ortsbildschutz. Die Denkmalpflege des Kantons Solothurn habe den geplanten Standort als unproblematisch bezeichnet, da er sich weder in der Nähe einer Ortsbildschutzzone, noch in der Nähe einer schützenswerten Baute befinde.

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