Prozess
Die mutmassliche Migros-Bombendroherin wird freigesprochen

Die 49-jährige Frau, die beschuldigt wurde, 2011 im Langendörfer Einkaufszentrum Ladedorf drei Bombendrohungen deponiert zu haben, ist vom Amtsgericht Solothurn-Lebern freigesprochen worden.

Sven Altermatt
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Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz bei der Bombendrohung im Februar 2011
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Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz bei der Bombendrohung im Februar 2011
Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz bei der Bombendrohung im Februar 2011
Bombenalarm in Shoppi Ladedorf
Grenzwache vor Ort
Polizeihunde kamen zum Einsatz
Gefunden wurde aber nichts
Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz bei der Bombendrohung im Februar 2011
Das Migros wurde weiträumig abgesperrt

Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz bei der Bombendrohung im Februar 2011

Christof Ramser

Die IV-Rentnerin war wegen mehrfacher Schreckung der Bevölkerung, mehrfacher Nötigung und mehrfacher arglistigen Vermögensschädigung angeklagt. „Die Unschuldsvermutung kann nicht wiederlegt werden", begründete Amtsgerichtspräsident Rolf von Felten das Urteil.

In diesem „klassischen Indizien-Prozess", so von Felten weiter, belege kein Indiz wirklich die Schuld der Angeklagten. Es könne nicht festgestellt werden, dass die Angeklagte über Täterwissen verfügt habe. Ausserdem seien bei den Bombendrohungen jeweils keine Fingerabdrücken oder verwertbare DNA-Spuren gefunden worden.

„Das spricht eher für die Unschuld der Angeklagten", sagte Gerichtspräsident von Felten. Denn: Die Frau, die in einem forensisch-psychiatrischen Gutachten als „momentbehaftet" beschrieben wurde, hätte tendenziell wohl eher Spuren hinterlassen.

Was ist mit dem Schriftgutachten, in dem die handschriftliche Bombendrohung untersucht worden ist? „Das Gutachten hat gezeigt, dass die Angeklagte nicht als Urheberin identifiziert werden kann", meinte von Felten dazu nur.

Abgewiesen hat das Gericht auch die Zivilforderung der Migros. Die „Ladedorf"-Besitzerin machte als Privatklägerin 312 000 Franken geltend, da das Einkaufszentrum nach den ersten beiden Bombendrohungen jeweils für einige Stunden geschlossen werden musste.

Die Staatsanwaltschaft hatte 24 Monate bedingt gefordert. Staatsanwältin Melanie Wasem wusste nach der Urteilsverkündung noch nicht, ob sie das Urteil ans Obergericht weiterziehen wird.