Die IV-Rentnerin war wegen mehrfacher Schreckung der Bevölkerung, mehrfacher Nötigung und mehrfacher arglistigen Vermögensschädigung angeklagt. „Die Unschuldsvermutung kann nicht wiederlegt werden", begründete Amtsgerichtspräsident Rolf von Felten das Urteil.

In diesem „klassischen Indizien-Prozess", so von Felten weiter, belege kein Indiz wirklich die Schuld der Angeklagten. Es könne nicht festgestellt werden, dass die Angeklagte über Täterwissen verfügt habe. Ausserdem seien bei den Bombendrohungen jeweils keine Fingerabdrücken oder verwertbare DNA-Spuren gefunden worden.

„Das spricht eher für die Unschuld der Angeklagten", sagte Gerichtspräsident von Felten. Denn: Die Frau, die in einem forensisch-psychiatrischen Gutachten als „momentbehaftet" beschrieben wurde, hätte tendenziell wohl eher Spuren hinterlassen.

Was ist mit dem Schriftgutachten, in dem die handschriftliche Bombendrohung untersucht worden ist? „Das Gutachten hat gezeigt, dass die Angeklagte nicht als Urheberin identifiziert werden kann", meinte von Felten dazu nur.

Abgewiesen hat das Gericht auch die Zivilforderung der Migros. Die „Ladedorf"-Besitzerin machte als Privatklägerin 312 000 Franken geltend, da das Einkaufszentrum nach den ersten beiden Bombendrohungen jeweils für einige Stunden geschlossen werden musste.

Die Staatsanwaltschaft hatte 24 Monate bedingt gefordert. Staatsanwältin Melanie Wasem wusste nach der Urteilsverkündung noch nicht, ob sie das Urteil ans Obergericht weiterziehen wird.