Recherswil
Die Musikgesellschaft Recherswil hat ihre Aufgabe gut gelöst

Die Musikgesellschaft konzertierte erstmals unter der neuen Leitung von Matic Tomazic. Den Zuhörern bot sich eine unterhaltsame und musikalisch abwechslungsreiche Darbietung.

Hans Blaser
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Die Solistin Sabrina Löpfe der Musikgesellschaft Recherswil.

Die Solistin Sabrina Löpfe der Musikgesellschaft Recherswil.

Auch wer regelmässig die Konzerte der Musikgesellschaft Recherswil besucht, war diesmal etwas erwartungsvoller. Denn es war das erste Konzert unter Matic Tomazic, der seit diesem Jahr die Gesellschaft musikalisch leitet. Er hatte – zumindest nach diesem Konzert zu urteilen – seine Aufgabe gut gelöst.

Als Motto für ihr zweiteiliges Konzert übernahm die Gesellschaft den Titel der Komposition, mit der sie das offizielle Programm abschloss.

Eröffnet hat sie es mit Gilbert Tinners «The Opening». Für einen gestaffelten Einmarsch, den das Stück auch zulassen würde, war die Bühne zu sehr mit Podesten verbaut. Das ganz Korps sass also von Beginn an am Platz. Das war sicher keine schlechte Wahl, um sich auf den direkt folgenden Höhepunkt des konzertanten Teils einzuspielen.

Mit «Dakota» schildert der Niederländer Jacon de Haan in fünf zwar nicht sehr langen, aber ziemlich unterschiedlichen Sätzen Leben und Schicksal der amerikanischen Eingeborenen. Diese Unterschiede vermochten die Recherswiler darzustellen.

Es gelang ihnen, die Stimmung zu erzeugen, welche sich der Komponist mit der Wahl der Thematik jedes einzelnen Satzes vorgestellt haben mag. Besonders gefiel das langsame Tempo und die getragene Art, insbesondere des Solo-Eufoniums (Hardy Jäggi) im dritten Satz «Smoking the Pipe». Beinahe glaubte man, die Rauchkringel aus einer imaginären Pfeife aufsteigen zu sehen.

Frauen für schönen Ton besorgt

Ruhig und eher besinnlich wurde das Programm gleich weitergeführt. Dazu legten Gisela Siegrist und Viola Jäggi ihre Querflöten weg. Als Panflöten-Duo bestritten sie den solistischen Part im «Der Einsame Hirte». Für die Blasmusikbegleitung dieses Hits des deutschen Unterhaltungsmusikers James Last war der Bündner Corsin Tuor zuständig. Beim Recherswiler Publikum kam er damit sehr gut an.

Filmmusik von Elmer Bernstein komplettierte den ersten Teil. Sie litt kaum unter den gelegentlichen Trübungen, welche nach der nahenden Pause verlangten. Noch galt es aber, zu Ehren von Peter Allemann einen Titel zu spielen. Dessen osteuropäischer Musikstil kam, auch dank des vollständig weiblich besetzten Klarinettenregisters gut zur Geltung. Auch das Saxofonregister ist mit Ausnahme des Bariton-Instruments komplett weiblich besetzt.

Für den zweiten unterhaltenden Teil verstärkte sich der Verein mit Silvan Joray und seiner E-Gitarre. Er setzte sich gleich zu Beginn als Solist in Szene.

Den solistischen Hauptpart in «Baker Street» bestritt jedoch Sabrina Löpfe auf dem Altosaxofon. Ab Anton Karras «Der Dritte Mann» und besonders mit dem «Pancake Rag» waren die Recherswiler in einen wahren Spielrausch versetzt. Danach kam ihnen das von Paul Murtha bearbeitete Medley «Best of the Doors in Concert» trotz seiner Länge nur noch wie ein Kinderspiel vor. Als fulminanten Schlusspunkt wählte die Gesellschaft «Let Me Entertain You».