Ramiswil
Die mikroskopisch kleinen Teile sind das grosse Problem

Der Zweckverband ARA Falkenstein hat grosse Investitionen im Plan. Unter anderem stehen Massnahmen im Generellen Entwässerungsplan des Verbandes an.

Peter Wetzel
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Funktioniert einwandfrei, muss aber mittelfristig aufgerüstet werden: ARA Falkenstein in Oensingen. HR. Aeschbacher

Funktioniert einwandfrei, muss aber mittelfristig aufgerüstet werden: ARA Falkenstein in Oensingen. HR. Aeschbacher

HR. Aeschbacher

Traditionsgemäss berichtete Markus Bieli, Betriebsleiter der ARA Falkenstein, zu Beginn der Versammlung über die Anlage in Oensingen. Abwasserreinigung, Reinigungsleistung und Schlammentwässerung im Schlammteil würden gut funktionieren. Man habe unter anderem verschiedene Ventile und Pumpen repariert, die Aussenbauwerke gereinigt und zwischen Herbetswil und Laupersdorf Schachtsanierungen vorgenommen.

Alex Benz von der Hunziker Betatech AG stellte den provisorischen Finanzplan für die kommenden zehn Jahre vor. Dabei wurde ersichtlich, dass mittel- bis längerfristig grosse Investitionen wie die Elimination der Spurenstoffe (weitere Reinigungsstufe, siehe separate Textbox), die biologische Stufe (biologische Nachklärung), Massnahmen im Generellen Entwässerungsplan des Verbandes sowie der Faulturm 2 in der Grössenordnung von rund 19 Mio. Franken anstehen. Für die gleiche Zeitspanne sind im Finanzplan auch Werterhaltungskosten von rund 7,7 Mio. Franken aufgeführt.

Zusätzliche Reinigungsstufe nötig

So genannte Mikroverunreinigungen stammen aus Produkten des täglichen Gebrauchs: Medikamente, Körperpflegeprodukte sowie Pflanzen- und Materialschutzmittel. In den letzten Jahren hat sich zwar mit dem Bau von Abwasserreinigungsanlagen die Wasserqualität stark verbessert. Mit den Mikroverunreinigungen, welche mit dem heutigen Stand der Anlagen nur teilweise oder gar nicht zurückgehalten werden können und so in die Oberflächengewässer geraten, besteht jedoch für die Betreiber von Abwasserreinigungsanlagen eine aktuelle Herausforderung. Massnahmen dagegen sind: Aufrüsten mit zusätzlicher Reinigungsstufe auf ausgewählten Anlagen und Reduktion der Verunreinigungen an der Quelle (gesetzgeberische Instrumente). (pwb)

Zwei Beträge fallen auf

Verwalter Hansjörg Jorns stellte das Budget 2015 vor. Die Bruttobetriebskosten betragen 2,884 Mio. Franken. Gegenüber dem Budget 2014 fallen zwei Beträge auf: die Sanierung der defekten Heizung in der Schlammfaulung für 650 000 Franken und die erste grosse Etappe der Massnahmen, resultierend aus dem V-GEP (Genereller Entwässerungsplan des Zweckverbands ARA Falkenstein) in der Höhe von 211 000 Franken. Nach Abzug der Erträge verbleiben Nettobetriebskosten von 2,209 Mio. Franken, welche die Verbandsgemeinden zu finanzieren haben. In der Investitionsrechnung sind zwei Planungskredite von je 25 000 Franken (4. Reinigungsstufe und biologische Nachklärung) enthalten. Die Gesamtkosten für 2015 wurden mit 2,259 Mio. Franken errechnet. Das Budget 2015 wurde einstimmig genehmigt.

Mehr Abwasser ableiten

Enzo Cessotto, Präsident des ARA-Zweckverbandes (ZAF ARA Falkenstein) erklärte, dass der ZAF dem Anschluss der ARA Welschenrohr am 23. April 2013 zugestimmt habe. Eine Übernahme ins Eigentum und in den Unterhalt des ZAF soll nach Erstellung des Bauwerks, der Verbindungsleitung mit dem Regenklärbecken und unter Vorbehalt der Hydraulik des Leitungsabschnittes Candino bis Hammer geschehen. Der ZAF verzichte auf eine Anschlussgebühr bzw. Einkaufssumme, so lautete der damalige Beschluss. In der Zwischenzeit sei seitens des Kantons und der Gemeinde einiges an Planung gegangen. Cessotto bat deshalb Philipp Staufer vom Amt für Umwelt Solothurn, etwas zum Anschluss von Welschenrohr zu sagen. Staufer äusserte sich in diesem Zusammenhang auch zum Thema «Mikroverunreinigungen» in der Dünnern. Der Anschluss von Welschenrohr an den ZAF sei zusammengefasst eine kosteneffiziente Massnahme zur Sicherung der Wasserqualität der Dünnern. Durch das anschliessende Kanalnetz könne mehr Abwasser abgeleitet werden, als heute von der ARA Welschenrohr behandelt werde. Es wurde erwähnt, dass Welschenrohr wohl nächstes Jahr das Anschlussprojekt realisieren werde, wenn die Gemeindeversammlung grünes Licht dazu gebe.

Enzo Cessotto gratulierte ARA-Mitarbeiter Rolf Flück zu seiner Bestnote, die er an der Klärwerkmeister-Prüfung erreicht hat. Cessotto dazu: «Sie sehen, dass unser Betriebspersonal auf Vordermann ist.»