Zuchwil
Die «Mausefalle» im neuen Zuhause

Der Umzug nach Zuchwil ist abgeschlossen: Die «Mausefalle» ist endlich in die frühere Sulzer-Kantine eingezogen – zur Freude von Theatermachern und Besuchern.

Gundi Klemm
Drucken
Teilen
Die «Mausefalle»-Crew freut sich über die neuen Räumlichkeiten: Hinten, v.l.: Remo Streit, Dominik Jaeggi, Christoph Stapfer, vorne, v.l.: Rudolf Fischer und David Gnaegi. felix gerber

Die «Mausefalle»-Crew freut sich über die neuen Räumlichkeiten: Hinten, v.l.: Remo Streit, Dominik Jaeggi, Christoph Stapfer, vorne, v.l.: Rudolf Fischer und David Gnaegi. felix gerber

Die seit 1983 als «Teatro mobile Solothurn» bestehende Theatergruppe ist von der Bielstrasse ins Zuchwiler Allmendquartier umgezogen. Mit der in 3000 Fronstunden umgebauten ehemaligen Sulzer-Kantine zum neuen Theater Mausefalle haben die Ensemble-Mitglieder und der unterstützende Verein «Freunde des teatro mobile» das grosse Los gezogen.

Die Freude war auf den Gesichtern aller Beteiligten am Tag der offenen Tür am Samstag im neuen Theater Mausefalle abzulesen. Rechtzeitig hatten es die aktuell etwa 40 Ensemble-Mitglieder geschafft, die frühere, ebenerdige Kantine in einen topmodern ausgerüsteten Theaterraum umzuwandeln. Möglich wurde dies dank grosser Fronarbeit, der finanziellen Unterstützung durch Sponsoren und durch den eigenen, 150 Mitglieder zählenden «teatro»-Gönnerkreis sowie schliesslich mit rund 140000 Franken.

Freie Sicht, bessere Akustik

Die neuen, sehr bequemen 100 Stühle befinden sich auf ansteigenden Podestreihen, wo man nicht nur von freier Sicht auf die grossräumige, aus veränderbaren Elementen bestehende Bühne, sondern auch von bester Akustik profitiert. Und wer bei den Vorstellungen künftig früh erscheint, kann in den weichen Polstern der vordersten Lounge-Reihe genussvoll Platz nehmen. «Es hat alles tipptop funktioniert», zeigte sich Theatergründer Rudolf Fischer von der problemlosen Mitarbeit aller Bühnenangehörigen begeistert.

Der bis 2002 an der Kantonsschule Solothurn unterrichtende Altphilologe leitet und inspiriert seit 1983 die aus eigenen Schauspielfreikursen hervorgegangene Truppe, die sich 2009 neu als Verein organisierte. Jährlich zehn Inszenierungen leitet er selbst oder begleitet Regiedebüts junger Leute fachkundig und motivierend als «Eminenz im Hintergrund». «Zusammengezählt hat unser ‹teatro mobile› rund 160 Stücke hier in Solothurn und bei auswärtigen Gastspielen aufgeführt», erinnert er sich gern auch an zehn jugendliche Persönlichkeiten, die nach ihrer «Lehrzeit» in der «Mausefalle» eine professionelle Theaterlaufbahn begannen. Für Nachwuchs der sich laufend in ihrer Zusammensetzung umschichtenden Spielgruppe sorgen regelmässig angebotene Theaterkurse. Seine eigene Theaterliebe, sagt Fischer, wuchs in seiner Jugend in Baden, wo das damalig berühmte Kur-Theater vor allem im Sommer ein starkes Programm geboten habe.

Wieso «Mausefalle»?

Mit dem Einzug ins erste Kleintheater an der Grenchenstrasse in Solothurn 1993 brachte «teatro mobile» den Krimi «Die Mausefalle» von Agatha Christie auf die Bühne und fand den Stücktitel gleich passend als Namen für den Theaterraum. Es folgten unvergessene Aufführungen wie beispielsweise die Dürrenmattschen «Physiker» oder «Der Fall Furtwängler». Über «nagelneue Stücke» in der Theaterwelt orientiert sich Fischer gemeinsam mit seiner Programmcrew jährlich jeweils bei Uraufführungen in London.

Als Gäste am Tag der offenen Tür betrachteten die Theaterfreundinnen Susanne Kohler und Alice Gasche aus Luterbach die gesamte Ausstattung der neuen «Mausefalle» sehr aufmerksam. «So schön hab ich es mir nicht vorgestellt», lobte die pensionierte Lehrerin Kohler, der nicht nur die Räumlichkeit, sondern auch der familiäre Zusammenhalt der Gruppe und das gesamte Programm gut gefallen.

Derzeit und noch bis zum 4. Februar läuft das Kabarett «Wäge dem gaht doch d’Wält nöd unter». Danach folgt traditionell im Jahresverlauf ein Märchen, diesmal «Rumpelstilzchen». Der «Parfüm»-Autor Patrik Süskind ist an zwei Vorstellungen Anfang April mit dem Einmannstück «Der Kontrabass» vertreten. Danach geplant ist «Kabale und Liebe» als Uraufführung, «Die Leiche im Fischteich» und «Romeo und Julia».

Aktuelle Nachrichten