Messen
Die Konzerte in der Pfarrschüür gibt es seit 25 Jahren - dank den Koenigs

Die Reihe «Konzerte in der Pfarrschüür», die vom Pianisten Urs Koenig und seiner Ehefrau Monica Koenig gegründet wurde, feiert ihr 25-jähriges Bestehen.

Silvia Rietz
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Der Pianist, Urs Koenig, ist der künstlerische Spiritus Rector in der Pfarrschüür, Ehefrau Monica Koenig kümmert sich ums Marketing.

Der Pianist, Urs Koenig, ist der künstlerische Spiritus Rector in der Pfarrschüür, Ehefrau Monica Koenig kümmert sich ums Marketing.

Hanspeter Bärtschi

Urs Koenig und Monica Koenig-Bruhin gründeten vor 25 Jahren mit Helfern die Konzerte in der Pfarrschüür Messen und belebten so den Bucheggberg mit einem neuen Kulturangebot. Das Ehepaar ergänzt sich als Veranstalter perfekt: Der Pianist ist der künstlerische Spiritus Rector, die Partnerin kümmert sich ums Marketing, Sponsoring und hält dem Musiker auch sonst den Rücken frei.

Urs Koenig unterrichtete von 1976 bis 1995 als Klavierlehrer in Messen, wohnte mit seiner Partnerin als Werkstudent in Aetingen und lebt heute in Solothurn. «Damals war es naheliegend, eine Konzertreihe im Bucheggberg zu lancieren», erklärt Urs Koenig. Gemeinsam mit Gastsolisten wie Adelina Oprean, Claude Stark, Kurt Andreas Finger, Thomas Füri und Ulrich Lehmann hat er viele Sternstunden erlebt. Urs Koenig: «Ich schätze Künstler, die mit Charisma und Emotionen von innen heraus musizieren und sich auf der gleichen Ebene bewegen.» Mit Adelina Oprean verbindet ihn eine tiefe Seelenverwandtschaft. Als sie in Basel die grosse Mozart-Sonate KV 379 spielten, liess sich eine Fliege auf Koenigs Partitur nieder, drohte ihn aus dem Konzept zu bringen. Zwischen dem ersten und zweiten Satz näherte sich die Geigerin dem Flügel und flüsterte: «Sei still. Ich fange sie. Ich kann das.» Und erbrachte gleich den Tatbeweis. Ein aufmerksamer Besucher hatte das – für einmal nicht musikalische – Intermezzo beobachtet und ein Fenster geöffnet, sodass die Fliege nach draussen befördert wurde. Harmonisch setzten die beiden die vierte Variation fort und beendeten das Stück tadellos, hielten die Spannung und Konzentration.

Wohnung mit Mäusen geteilt

Mit kleinen Tieren hat der Künstler auch im Bucheggberg einschlägige Erfahrungen gemacht. Im Stöckli Aetingen hauste damals neben den jung verliebten Koenigs auch eine grosse Mäusefamilie. «Wir stellten Fallen auf und ich entliess die Viecher auf der Wiese in die Freiheit. Bis mich ein Bauer dabei beobachtete und meinte: Mäuse gehören nicht aufs Feld. Sonst kommen sie wieder zurück. Also fuhr ich sie in den Wald ...», lacht er. Er und seine Frau achten auf die Natur und tragen Sorge zur Umwelt. Achtsamkeit ist ihm wichtig. Auch dem Körper gegenüber. «Wir joggen seit Jahrzehnten regelmässig im Limpachtal», verrät er. Sie hätten zu einer Zeit damit begonnen, als das Joggen noch unbekannt war.

Mit dem Bewegen und Ertüchtigen hält er sich für Konzerte fit. Nach vielen Jahren als Klavierlehrer an der Kantonsschule ist er heute als freischaffender Künstler tätig. Von allen musikalischen Ausdrucksformen ist ihm die Kammermusik die wesentlichste. «Ich möchte nicht dauernd als Solist im Rampenlicht stehen. Obschon ich mit einigen Orchestern aufgetreten bin. Ohne die Intimität der Kammermusik würde mir nämlich etwas Wichtiges fehlen.»

Der Konzertveranstalter Koenig ermöglicht letztlich dem Pianisten Koenig, mit verschiedenen Ensembles zusammenzuarbeiten. Den Auftakt der Konzertsaison macht jeweils ein Orgelkonzert, kombiniert mit einem anderen Instrument. Oft spielt dabei sein enger Freund Bruno Eberhard. Im Sommer folgt ein Ensemble und im Herbst setzt sich der Gastgeber selber ans Klavier. So einfühlsam, wie er sich Mozart und Beethoven nähert, so geht er auch mit dem Instrument um. «Der Flügel muss singen. «Schlägt» man ihn zu fest, wehrt er sich», gibt er lachend preis. Tastendonnerer sind ihm ein Gräuel, ihm liegt das Poetische. Das nächste Konzert findet statt: Sonntag, 9. November, 17 Uhr, Urs Koenig und Adelina Oprean treten in der Pfarrschüür Messen auf und spielen Bach, Mozart und Chopin.