Oensingen-Balsthal-Bahn
Die kleine OeBB hat noch Grosses vor

Bei der Oensingen-Balsthal-Bahn stehen Veränderungen an. Der Komfort ihrer Züge soll verbessert werden. Ausserdem wird der Bahnhof Balsthal neu gestaltet.

Alois Winiger
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Einsteigen mit Kinderwagen: Für die Mutter ein Kraftakt.

Einsteigen mit Kinderwagen: Für die Mutter ein Kraftakt.

Alois Winiger

Mit Kinderwagen oder Rollstuhl in die OeBB einzusteigen, sei eine Zumutung. Eine Feststellung in der Rubrik «Was gefällt in Balsthal, was nicht?» in der jüngst abgehaltenen Zukunftswerkstatt der Gemeinde. «Wir sind uns dessen bewusst», sagt Heinz Kamber, Geschäftsführer der Oensingen-Balsthal-Bahn.

Beim Projekt «Bahnhof Balsthal 2013», vorgestellt bei der OeBB-Generalversammlung, ist denn auch festgehalten, dass Bahn, Bus und Gebäude einen behindertengerechten Zugang bekommen. Ferner soll der Raum zwischen Bahngeleise und Bushaltestelle grosszügig überdacht sowie eine komfortable Kundenzone mit sicherem Wartebereich geschaffen werden. Erhalten bleiben soll das über 100 Jahre alte Bahnhofgebäude.

Was ist mit «Bahnhof Thalbrücke»?

Den Bahnhof Balsthal aufzugeben und die Haltestelle Thalbrücke aufzuwerten, sei kein Thema, erklärt Kamber. «Der Platz dort würde nie ausreichen für die ganze Infrastruktur für Bahn und Bus.» Zudem stehe hinter dem Projekt Bahnhof – so wie auch hinter der OeBB grundsätzlich – ein politischer Entscheid. «Das Fernziel ist die Konzessionserneuerung im Jahr 2022.»

Wird es dannzumal auch so sein, dass Bahn und Bus fast gleichzeitig nach Oensingen fahren, aber der Anschluss an die SBB-Schnellzüge trotzdem nicht klappt? «Wir sind auch hier bemüht, zusammen mit der Postauto AG eine Lösung zu finden.»

Nischen suchen

Dass es für die kleine Bahn mit ihrer vier Kilometer langen Strecke und der Fahrzeit von acht Minuten nicht einfach ist, sich weiterhin wirtschaftlich zu behaupten, ist dem Geschäftsbericht 2011 zu entnehmen. Der Gesamtaufwand beträgt 2,69 Mio. Franken, der Ertrag ging um 45000 Franken zurück, letztlich blieb ein Gewinn von 491 Franken.

«Die Güterverkehrsleistungen konnten nicht wie erhofft gesteigert werden», schreibt Verwaltungsratspräsident Ruedi Freiermuth. Zwar wurden 159592 Tonnen transportiert, sogar deren 1702 mehr als ihm Vorjahr. Den grössten Anteil hatten Züge für die Marti Tunnelbau AG nach Biel. Doch dort sind die mehrere Jahre dauernden Bauarbeiten nun abgeschlossen und Folgeaufträge kamen nicht herein. Ferner ist einerseits das rollende Lager für die Papierfabrik Saber Swiss Quality Paper AG aufgehoben worden. Anderseits hat die Firma aktuell auch noch weniger Material zum Transportieren. Ebenfalls weniger gelaufen ist im Bahnnostalgiebereich. Positiv wird vermerkt, dass die Anzahl der beförderten Personen stetig ansteigt. Zusammen mit dem Postautobetrieb werde bald die 600000er-Grenze pro Jahr bald erreicht sein.

Die OeBB sucht sich immer wieder Aufträge in Nischen. Während zum Beispiel andernorts die Bahnschalter geschlossen werden, kann die OeBB in diesem Geschäft zulegen und einen Umsatz von 2,1 Mio. Franken vorweisen. Zum Beispiel erledigt sie Abonnementserneuerungen für andere Transportunternehmen.