Lohn-Ammannsegg
Die Hubel-Meteorologen verzeichnen traumhafte Trefferquoten

Ob Holzstrukturen oder das Verhalten der Bienen: Die Hubel-Meteorologen greifen bei der Wettervorhersage auf ihre ganz eigenen Methoden zurück. Am Waldgang der Lohner Bürgergemeinde berichteten sie von ihrer Geschichte.

Niccolo von Siebenthal
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Die Wetterpropheten (von links): Manfred Burki, Landwirt, Erhard Luterbacher, Imker, Ernst Schaller, Wald- und Wiesenläufer, Rudolf Luterbacher, Regent-Wetterforscher, Paul Halter, Holzbildhauer.

Die Wetterpropheten (von links): Manfred Burki, Landwirt, Erhard Luterbacher, Imker, Ernst Schaller, Wald- und Wiesenläufer, Rudolf Luterbacher, Regent-Wetterforscher, Paul Halter, Holzbildhauer.

Zur Verfügung gestellt

Langzeitprognosen des Wetters sind bei Profi-Meteorologen nicht die Regel. Oft können Prognosen erst gemacht werden, wenn verbindliche Wettermodelle vorliegen, was meist eher kurzfristig geschieht. Anders ist dies bei den Hubel-Meteorologen aus Lohn-Ammannsegg, die jeweils das Wetter des kommenden Jahres voraussagen. Mit grossem Erfolg.

«Wir geben unsere Prognosen immer im Oktober. Unsere hohen Trefferquoten werden vielfach für unmöglich gehalten», sagt Rudolf Luterbacher, Präsident der Vereinigung Hubel-Meteorologen am Waldgang der Bürgergemeinde Lohn. Diese hatte die Hubel-Meteorologen eingeladen.

Jeder der fünf Hobby-Meteorologen leitet dabei seine Prognosen aus unterschiedlichen Beobachtungen der Natur ab. Holzbildhauer Paul Halter beispielsweise orientiert sich an den Strukturen des heimischen Holzes, während Imker Erhard Luterbacher das Wetter anhand des Verhaltens seines Bienenvolks prognostiziert.

Unerwarteter Ausgang

Der Hubel ist das Gebiet, wo die fünf Wetterpropheten aufgewachsen sind. Sie schienen prädestiniert dazu zu sein, das Wetter erfolgreich vorauszusagen, da sie noch vor der Ära Hubel-Meteorologie einmal bemerkten, dass sie alle bei ihren Prognosen die Natur beachteten. Darauf kam ihnen die Idee, eine Wetterprognose für sechs Wochen zu wagen, die sich mit einer Trefferquote von 66 Prozent als erfolgreich erwies.

Professor Jürg Luterbacher, Dozent für Meteorologie an der Universität Giessen, damals noch an der Universität Bern beschäftigt, hielt eine genauso gute Jahresprognose für unrealistisch, gab den Hubel-Meteorologen jedoch grünes Licht für eine offizielle Auswertung. Entgegen seinen Erwartungen fiel die Wertung mit ebenfalls 66 Prozent sehr gut aus, was den ultimativen Startschuss für die Hubel-Meteorologen bedeutete.

Seit Beginn der Prognosen im Jahre 2002 waren von allen fünf Hubel-Meteorologen stets Trefferquoten von mindestens 70 Prozent zu verzeichnen. Auch wenn die Rekordtrefferquote von 76 Prozent, die im vergangenen Jahr realisiert worden ist, heuer nur schwer zu übertreffen ist, lassen sich bereits gewisse Tendenzen festhalten. «Die Prognosen für den September haben sich zwar bisher nicht bewahrheitet, dafür haben wir in den Monaten Juli und August ins Schwarze getroffen», konstatiert Präsident Rudolf Luterbacher.

Die genauen Zahlen zum vergangenen Jahr, die unter der Aufsicht von Jürg Luterbacher ermittelt werden, werden anlässlich der Generalversammlung im Oktober bekannt gegeben. Ebenso die Prognosen des Wetters des kommenden Jahres.