Lohn-Ammansegg
Die Hubel-Meteorologen sagen weisse Weihnachten voraus

An der Hauptversammlung der Hubel-Meteorolgen wurden die Prognosen fürs kommende Jahr bekanntgegeben. Die Wetterfrösche sind sich aber noch nicht bei allen Vorhersagen einig. Im letzten Jahr lagen sie zu 76 Prozent richtig.

Agnes Portmann-Leupi
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Die Hubel-Meteorologen (v.l.): Ernst Schaller, Manfred Burki, Ruedi Luterbacher, Paul Halter und Erhard Luterbacher.

Die Hubel-Meteorologen (v.l.): Ernst Schaller, Manfred Burki, Ruedi Luterbacher, Paul Halter und Erhard Luterbacher.

apb

Welche Kapriolen hat das Wetter vom November 2013 bis Oktober 2014 bereit? Wenn die Hubel-Meteorologen zu ihrer Hauptversammlung einladen, füllt sich die heimelige Waldhausstube in Lohn-Ammannsegg. Die Fans wollen schliesslich wissen, wann die Hochzeit der Tochter oder das Geburtstagsfest der Grossmutter geplant werden soll.

Die Hubel-Meteorologen bestechen mit durchdachten Methoden. Regent-Wetterforscher Ruedi Luterbacher stützt sich auf die Vorstellungen von Abt Mauritius Knauer (1613 bis 1664), wonach das Wetter im 7-Jahres-Rhythmus von den Himmelskörpern bestimmt wird.

Er prognostiziert weisse Weihnachten, womit jedoch nicht ganz alle einverstanden sind. Gegen Ende August sieht er Gewitter und Regenwetter vor. «Schlagartig werden dann die SMS-Spalten in der Solothurner Zeitung über das Rasenmähen aufhören», sagt er.

Rauchende Zuckerstöcke

Manfred Burki hat schwere Zeiten durchgemacht. Seine für Prognosen hilfreiche Ziege «Blüemli» ist nicht mehr. Der Landwirt verlässt sich nun vermehrt auf die Kaninchen und Kühe. Er vermeldet trübes und kaltes Wetter sowie Schnee im Januar. Erst gegen Ende Februar bringe ein Wärmeeinbruch mit Regenwetter den Schnee zum Schmelzen. «Hudelwetter» gebe es in der ersten Hälfte Juni.

Der Holzbildhauer Paul Halter prognostiziert das Wetter anhand der Strukturen des heimischen Holzes. Laut ihm dürfen sich die Fasnächtler Ende Februar auf sonniges und mildes Wetter freuen. Dicker Bast lasse auf einen frühen Herbst schliessen.

Der Ex-Orientierungsläufer Ernst Schaller beobachtet die Waldameisen, den Laubaustrieb und Laubfall. «Die erste Liebe und der Mai gehen selten ohne Frost vorbei», weiss er. Der trübe Augustbeginn lasse die Zuckerstöcke am 1. August nur rauchen.

Auf seine Bienenvölker und Spinnen im Freien verlässt sich der Imker Erhard Luterbacher. Er meint für den Juli: «Vo Mitti Monet und de ganz bis am Schluss, gits Summerwätter und das isch für aui e Gnuss.» Dafür kündet Luterbacher einen frostigen Oktober an.

Durchschnittsquote egalisiert

Wie aber sehen die Trefferquoten der vergangenen Periode aus? «Unsere Prognosen hat Professor Jürg Luterbacher bewertet, Dozent für Meteorologie an der deutschen Universität Giessen, gemäss den regionalen Wetterangaben von Meteo Schweiz», verkündet Ruedi Luterbacher und betont damit die Seriosität. Rolf Bischof erhält die Ehre, die Preisverleihung vorzunehmen, unterstützt vom Schwyzerörgeliduo Hubu-Gruess. Mit einer durchschnittlichen Trefferquote von 76 Prozent kann das Bestresultat vom letzten Jahr egalisiert werden – und dies ganz ohne Computer- und Satellitenmodelle.

Mit dem Pech-Chutz muss sich Erhard Luterbacher mit seiner 67-Prozent-Trefferquote begnügen. Ruedi Luterbachers richtige Vorhersagen betragen 74 Prozent, diejenigen von Paul Halter 77 Prozent – er erhält den Hubu-Chutz-Oskar für die langfristig treffsichersten Prognosen – und von Ernst Schaller 79 Prozent. Manfred Burki sichert sich mit einer sagenhaften Traumquote von 81 Prozent nicht nur den Ober-Meteorologen-Wanderpokal, sondern auch gleichzeitig den Aufsteigerpreis, eine Leiter aus Birkenholz.

Warum also noch SRF Meteo?

Braucht es bei so viel Treffsicherheit eigentlich die Profi-Meteorologen von SRF noch? Christine Jutz, Meteorologin im «Bucheli-Team», informiert am Telefon: «Wir kennen drei Arten von Prognosen. Die Wetterprognosen für Stunden bis wenige Tage, die Witterungsprognosen für mehrere Tage bis 3 Wochen und die Klimaprognosen für Monate und Jahre.»

Die Hubel-Meteorologen würden auf eine lange Zeit hinaus prognostizieren und so eher Klimaprognosen erstellen. Christine Jutz vergleicht einen Sprinter mit einem Marathonläufer. «Beide rennen, aber in ganz verschiedenen Disziplinen.» So seien die Hubel-Meteorologen chancenlos, ohne Satelliten und Computermodelle Wetterprognosen zu erstellen, SRF Meteo aber andererseits für Klimaprognosen durch Beobachten von Natur oder Tieren.

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