Kestenholz
Die Highland Games in Kestenholz: Sport der etwas anderen Art

Highland Games stammen aus der Zeit der keltischen Könige in Schottland – sie wurden bei Treffen schottischer Clans im Hochland ausgetragen, um die stärksten und schnellsten Männer des Landes zu finden. So am Samstag auch in Kestenholz.

Karola Dirlam
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Wer sagt was von Katze im Sack?
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Durstige Hochland-Rinder.
Na ja, wird schon schiefgehen …
Stossen Schottinnen und Schotten den Stein, wundert man sich in Unspunnen.
Die Highland Games in Kestenholz lockten nicht nur Schotten auf den Sportplatz ST. Peter

Wer sagt was von Katze im Sack?

HR. Aeschbacher

Auch in Kestenholz konnten (verkleidete) Highlander bei zehn schottischen Disziplinen ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen – am Samstag fanden zum dritten Mal die vom FC Kestenholz organisierten «Chestwood Highland Games» auf dem Sportplatz St. Peter statt.

Wetter zeigte sich unschottisch

Das Wetter präsentierte sich zum Glück gänzlich unschottisch trocken, und so war die Stimmung ausgelassen-fröhlich: Schon von weitem war Gejohle und Dudelsackmusik zu hören; bunte Luftballons und Fahnen wehten im doch recht zügigen Wind. 37 fünfköpfige Teams hatten sich angemeldet und bevölkerten den Kestenhölzer Sportplatz in Schottenröcken, mit Dudelsäcken und Trommeln, bunten Perücken und Sonnenbrillen.

Doch nicht nur Schotten, auch Schafe, Matrosen, schwarze Wikinger und Teams in einheitlichen Sporttrikots liefen von Posten zu Posten, um Nägel in Baumstämme zu hämmern, Steine und Gummistiefel möglichst weit zu werfen, und sich beim Hindernislauf über Strohballen, Autoreifen, Holzbretter und Fässer zu messen.

Baumstammwerfen am beliebtesten

Die beliebteste Disziplin sei der Baumstamm-Weitwurf, erklärt der Ideengeber und Organisator der Kestenhölzer Highland-Games, Pascal Müller. «Das ist am spektakulärsten.» Der 25-jährige Juniorentrainer und Spieler der dritten Mannschaft des FC Kestenholz besuchte vor einigen Jahren die Highland-Games-Schweizer-Meisterschaften in St. Ursen und beschloss, solch ein Turnier auch zu Hause in Kestenholz durchzuführen. «Bis vor drei Jahren haben wir immer ein Grümpelturnier durchgeführt, aber das ist nicht mehr so gut gelaufen», erzählt Müller.

Da kamen die Chestwood Highland Games als Ersatz gerade richtig. Seitdem sei die Zahl der teilnehmenden Teams von Jahr zu Jahr gestiegen – vor allem die der reinen Männer- sowie die der gemischten Teams. Die Kategorie «Jugend» werde heuer allerdings nicht mehr durchgeführt, so Müller. «Wir hatten kaum Anmeldungen von Jugendlichen.» Dafür habe man in diesem Jahr extra für Familien zwei bisherige Disziplinen durch Sackhüpfen und Hufeisenwerfen ersetzt.

Schottische Stimmung

Durch zwei weitere neue Disziplinen – das Milchkannenspiel, bei dem Tennisbälle in Milchkannen geworfen werden müssen, sowie das Leitergolfspiel, bei dem eine mit zwei Holzkugeln versehene Schnur an einer Art Holzleiter hängen bleiben muss – sei die Gesamtzahl der Disziplinen in diesem Jahr von acht auf zehn erhöht worden, erklärt Müller stolz.

Eine Disziplin finde übrigens traditionell erst am Abend statt: das Seilziehen. «Dazu kommen alle Teams auf dem Platz zusammen und treten gegeneinander an», so der Organisator. Anschliessend werde das kreativste Kostüm zum Thema Schottland ausgezeichnet, und im Chestwood-Pub trete der schottischstämmige Sänger Andrew Cullen mit seiner Band Drewby auf. Für schottische Stimmung war also den ganzen Tag gesorgt.