Günsberg
Die Günsberger Turnhalle kriegt lediglich ein neues Dach

Die Gesamtsanierung der Turnhalle und der Bühnenbau haben die Günsberger Stimmbürger am Sonntag deutlich abgelehnt. Sie wollen nur die Minimalvariante.

Christoph Neuenschwander
Drucken
Teilen
Die Günsberger wollen den Bühnenanbau (roter Kubus) nicht. zvg

Die Günsberger wollen den Bühnenanbau (roter Kubus) nicht. zvg

zvg

Die Turnhalle von Günsberg ist sanierungsbedürftig, das ist allgemein anerkannt. Die Sanierung des Turnhallendaches ist denn auch seit längerer Zeit beschlossene Sache. Offen war bisher, ob die Turnhalle mehr als bloss ein neues Dach erhalten soll. Nebst der Minimalvariante hatte der Gemeinderat nämlich auch eine luxuriösere Version geprüft, diese aber verworfen, weil sie zu teuer gewesen wäre: eine Gesamtsanierung inklusive Isolation und dem Anbau einer Bühne.

Die Gemeindeversammlung fühlte sich übergangen.

Sie hatte im Dezember 2012 das Budget zurückgewiesen, weil sie genau wissen wollte, welche Kosten – und welche Steuererhöhung – die Maximalvariante verursachen würde. An der ausserordentlichen Versammlung im Februar war der Fall dann klar: Wollte man das 1,28 Millionen teurere Gesamtpaket verwirklichen, wäre eine zusätzliche Steuererhöhung von 6 Prozent nötig – allein die Minimalvariante generiert schon eine Erhöhung um 3 Prozent.

Ein Günsberger forderte an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung, dieses Geschäft an die Urne zu bringen; sein Antrag wurde angenommen. Das Resultat der gestrigen Abstimmung ist deutlich: 76,9 Prozent sagten Nein zur Maximalvariante.

Damit sei die Sache nun abgehakt, sagt Gemeindepräsident Hansrudolf Reber. Das Volk habe bestätigt, was der Gemeinderat von Anfang an beteuert habe: Die Minimalvariante reicht, das Gesamtpaket wäre zu kostspielig für Günsberg. «Das ist halt Politik», kommentiert Reber. «An die Gemeindeversammlung kommen vor allem die Interessensgruppierungen.»

Wenn nicht an der Urne, sondern in der Gemeindeversammlung über die Turnhallensanierung abgestimmt worden wäre, hätte das Ganze vielleicht auch anders ausgehen können. «Wir sind froh, dass die Günsberger eine Urnenabstimmung gefordert haben», sagt der Gemeindepräsident. Und er sei auch froh, dass das Resultat nun so deutlich ausgefallen sei. «Wir hatten eine grosse Stimmbeteiligung. Und das Ergebnis zeigt ganz deutlich, was das Volk will.»