Mümliswil-Ramliswil
Die Finanzlage ist schlecht – trotzdem soll das Hallenbad bleiben

Es war in der vergangenen Woche in Mümliswil-Ramiswil ein Dauerthema: das Hallenbad. Nun hat sich der Gemeinderat einstimmig für die Weiterführung des Bads ausgesprochen – und dies, obwohl die Prognosen in Sachen Finanzen nichts Gutes versprechen.

Josef Tschan-Studer
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Badevergnügen im Guldental – ermöglicht durch das eigene Hallenbad in Mümliswil. zvg

Badevergnügen im Guldental – ermöglicht durch das eigene Hallenbad in Mümliswil. zvg

Das Hallenbad und die geplante Sanierung der veralteten Haustechnik in der Schulanlage Brühl waren in den letzten Wochen Dauerthema im Gemeinderat. Aber auch in der Bevölkerung sorgte eine mögliche Schliessung der attraktiven Freizeitanlage dafür, dass die Emotionen hochgingen. Nun hat sich der Gemeinderat aber einstimmig für den Erhalt des Hallenbades ausgesprochen. Dies trotz angespannter Finanzlage. Der Voranschlag 2013 sieht nämlich – trotz massivster Sparanstrengungen und einer Steuererhöhung von 5 Prozent – einen Aufwandüberschuss von rund 555 000 Franken vor.

125000 Liter Heizöl pro Jahr

Die Schulanlage Brühl und der angegliederte Sporttrakt stammen aus dem Jahr 1977. Die gesamte Wärmeerzeugung und der Betrieb der Hauptlüftung erfolgen noch heute mittels Ölheizung und einem jährlichen Verbrauch von 125000 Liter Heizöl. Die Gesamtenergiekosten belaufen sich pro Jahr auf rund 194000 Franken. «Schon alleine dies ist ein Grund, jetzt zu handeln und die Sanierung des Bereiches Heizung, Lüftung, Klima, Sanitär (HLKS) nicht mehr weiter hinauszuschieben», ist Gemeindepräsident Kurt Bloch überzeugt. Geplant ist der Einsatz einer Grundwasser-Wärmepumpe, die durch eine neue Heizölanlage ergänzt wird. Dadurch können um die 100000 Liter Heizöl (mit Weiterbetrieb Hallenbad) eingespart werden.

85000 Franken weniger pro Jahr

Gesamthaft werden sich den Berechnungen zufolge die Energiekosten jährlich um 90000 Franken reduzieren. Wenn die Warmwasseraufbe-reitung durch die geplante Solaranlage unterstützt wird, so dürften es sogar 95000 Franken sein. Unter dem Strich – mit Weiterführung des Hallenbades und unter Berücksichtigung der Kapitalverzinsung – können ab dem Jahr 2014 jährlich wiederkehrend um 85000 Franken eingespart werden. Geprüft wurden auch die Auswirkungen eines Fensterersatzes. Der Aufwand von über 860000 Franken steht aber momentan in keinem Verhältnis zu den voraussichtlichen Energieeinsparungen von etwa 18000 Franken.

Mit Photovoltaikanlage?

Zu diskutieren gab im Gemeinderat auch die Installation einer Photovoltaikanlage. Eine solche Anlage steht aber in keinem Zusammenhang mit der eigentlichen Sanierung, da es sich um eine reine Stromproduktionsanlage handelt. Detaillierte Abklärungen erfolgen losgelöst und, falls sich eine Photovoltaikanlage als sinnvoll erweist, kann noch immer nachgerüstet werden. Die geplante Grossinvestition ist sinnvoll und entspricht auch dem Ziel der Finanzplanung: «Investitionen, die zu direkten Einsparungen führen, sind umgehend umzusetzen».

Auch ein Ja zum Guldental

Ein Ja zum Hallenbad ist auch gleichbedeutend mit einem Ja zum Guldental. «Bedenkt, dass in Mümliswil alle Kinder schwimmen können. In meiner Wohngemeinde ist es nicht einmal die Hälfte», gab Architekt Robert Sutter zu bedenken. Wenn das Hallenbad geschlossen würde, dann könnte man bei den Investitionen schätzungsweise 695000 Franken einsparen. Eine angedachte Umnutzung des frei werdenden Raumes in eine für mehrere Zwecke einsetzbare Halle käme aber nach genauen Kostenerhebungen auf mindestens 850000 Franken zu stehen. Man könne nun an allem und jedem sparen, das schade aber nur dem ganzen Dorf, führe zu Abwanderung und einem Attraktivitätsverlust, so lautete denn auch die einhellige Meinung des Rates.

Aus diesem Grund wird der kommenden Gemeindeversammlung vom 3. Dezember ein Investitionskredit (inklusive Sanierung Hallenbadtechnik) von 1,85 Mio. Franken einstimmig beantragt. Es darf zudem mit einem Beitrag aus dem Finanzausgleich von 245000 Franken gerechnet werden.

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