Erika Pfeiffer, Gemeindepräsidentin von Lommiswil, zeigte sich in der Gemeindeversammlung zufrieden über die Rechnung des vergangenen Jahres. «Wir sind stolz darüber, dass die Finanzsanierung erfolgreich war», erklärt Pfeiffer.

Diese sei dank dem Vertrauen, das die Gemeindeversammlung der Strategie des Gemeinderates entgegenbrachte, zustandegekommen. 2010 wurde einer erneuten Steuererhöhung zugestimmt.

Pfeiffer: «Wir haben die Zügel gemeinsam angepackt, das führte zu unserem Erfolg.» Der damalige Bilanzfehlbetrag von 1,1 Mio. Franken wurde in ein Eigenkapital von 1,1 Mio. Franken umgewandelt.

Dies wurde nicht nur durch die Steuererhöhungen erreicht, sondern auch unter anderem dank der Erholung der Steuerkraft. Weiter leistete die Kantonsseite mit gesamthaft 100 000 Franken wegen der Erhöhung des Steuerfusses auf vier Jahre und der Anpassung der Gemeindeordnung einen Beitrag.

Fast eine Million Überschuss

Die Gemeinde hat im vergangenen Jahr einen Ertragsüberschuss von 950 645 Franken zu verzeichnen. Budgetiert waren 296 600 Franken. «Der Hauptgrund sind die erhöhten Steuereinnahmen», so Gemeindeverwalter Mario Caspar.

Der Gemeinderat beantragte, den Ertragsüberschuss der laufenden Rechnung für zusätzliche Abschreibungen zu verwenden, sowie 784 617 Franken dem Eigenkapital zuzuweisen. Diesem Antrag wurde genauso wie der Rechnung einstimmig zugestimmt.

Auch den Nachtragskredit zulasten des diesjährigen Budgets zur Sanierung des elektrischen Netzes des Römer- und Keltenwegs nahm man einstimmig an. Die Hauptkabel an diesen Strassen seien veraltet, das vom Römerweg sei sogar fünfzig Jahre alt.

Im vergangenen Herbst und Januar kam es zu Stromausfällen. Da das Risiko von erneuten Störungen bestehe, beantragte der Gemeinderat einen Nachtragskredit von 135 000 Franken anzunehmen, um das elektrische Netz dort zu sanieren.

Günstigen Wohnraum schaffen

Für Diskussionsstoff sorgte der zweite Nachtragskredit zum Steigerungsangebot der Liegenschaft an der Dorfstrasse 14. Das Zweifamilienhaus wurde 1964 erbaut und gelangte durch die Eröffnung des Konkurses zur Versteigerung.

Durch die Konkurseröffnung droht Lommiswil ein Schaden von 40 000 Franken. Der Gemeinderat kam überein zu versuchen, die 40 000 Franken zu retten, indem mitgesteigert wird. Die Verwendungsmöglichkeiten der Liegenschaft konnten der Versammlung nur grob vorgelegt werden.

«Die Ideen sind noch nicht ausgereift, da im Vorfeld nicht viel Zeit zu Besprechungen blieb», entschuldigte sich Gemeinderat Roger Jutzeler, der diesen Nachtragskredit vorstellte. Man könne die Liegenschaft mit einem geschätzten Verkehrswert von rund 500 000 Franken schnellstmöglich wieder veräussern.

Die Liegenschaft könne jedoch auch vorübergehend als Ersatz für die Wohnungen an der Hauptstrasse 15 verwendet werden. Eine dritte Möglichkeit befasste sich damit, zu investieren und so günstigen Wohnraum zu schaffen.

Die Hoffnung: Den jungen Erwachsenen zu ermöglichen, sich ein Leben im Dorf leisten zu können. Die Gemeindeversammlung nahm den Nachtragskredit von maximal 250 000 Franken mit fünfzehn Ja-Stimmen zu acht Nein-Stimmen und einer Enthaltung an.

Das fakultative Referendum gegen die Neugestaltung des Finanzausgleiches (NFA SO) wurde mit einer Enthaltung klar angenommen. Pfeiffer legte dar, dass die Vorlage nicht gerecht sei, und betonte, dass Lommiswil in ein paar Jahren nicht wieder den Finanzhaushalt sanieren wolle.

Zum Schluss der Versammlung ehrte Pfeiffer Mario Caspar, der seinen Posten als Gemeindeverwalter aufgibt und zur Selzacher Gemeinde wechselt.