Eine lange Traktandenliste und ein dickes Couvert gingen der Gemeinderatssitzung vom Donnerstag voraus. Wirklich Gesprächsstoff lieferten aber nur wenige Punkte. Am meisten erhitzten die Schützenvereine beziehungsweise deren Präsidenten, Peter Brudermann und Bruno Unternährer, die Gemüter der Räte.

«Das sind erwachsene Menschen. Aber sie benehmen sich wie kleine Kinder!», entfuhr es etwa Carmen Zeller (SP). Die Aussage wurde mit eifrigem Nicken aller Anwesenden quittiert. «Ich habe das alles wahnsinnig satt!», beschwerte sich auch Andreas Altermatt (CVP).

Schon lange zanken sich die Sportschützen Selzach-Altreu und die Sportschützen Leberberg um die Nutzung der Schiessanlage in Selzach. Erstere sind die Mieter, die Leberberger haben aber zum wiederholten Mal ein Gesuch eingereicht, die Anlagen ebenfalls nutzen zu dürfen.

Gemeindepräsidentin Silvia Spycher hat dabei nach eigenen Aussagen nichts unversucht gelassen, die Präsidenten der beiden Vereine an einen Tisch zu bringen, um eine gemeinsame Nutzung zu besprechen. Ohne Erfolg. Wie weiter?, war nun die Frage.

Bis 1. Mai muss Entscheid vorliegen

Die Stimmung im Gemeinderat war bezüglich der Sportschützen vor allem von Ungeduld geprägt. Man beschloss daher, den Vereinspräsidenten mehr Druck aufzusetzen. Sie sollen eine weitere Chance erhalten, bevor eine Vertragskündigung für die Schiessanlage ernsthaft in Erwägung gezogen wird.

Per 1. Mai soll eine gemeinsame Nutzung der Anlagen zustande kommen. Können die Vereine am 30. April keinen Belegungsplan vorlegen, mit dem sie einverstanden sind, so wird ein entsprechender Plan vom Gemeindepräsidium festgelegt.

Silvia Spycher wird Brudermann und Unternährer zwecks Erstellung dieses Nutzungsplans in den nächsten Wochen zu einem Gespräch einladen.

Bau der Turnhalle hat begonnen

Ebenfalls sportlich ging's am Freitag weiter, aber in weitaus erfreulicherem Rahmen. Mit dem Bau der neuen Doppelturnhalle konnte endlich begonnen werden, zum Spatenstich wurde um 11 Uhr geladen.

Am Donnerstagabend brachte Roger Gut (maj architekten ag) den Gemeinderat noch auf den neusten Stand des Projektes und der Kostenübersicht.

Dabei konnte er erfreulicherweise mitteilen, dass die derzeitigen Kosten mit 7,61 Mio. rund 400 000 Franken tiefer liegen als ursprünglich budgetiert. «70 Prozent der Arbeiten sind vergeben», konnte Gut weiter berichten. Die Offerten für die restlichen Arbeiten würden nochmals studiert, da die darin enthaltenen Preise noch zu hoch seien.

Offizieller Spatenstich zum Neubau der Turnhalle. v.l.: Peter Däschter (Präsident Arbeitsgruppe), Silvia Spycher (Gemeindepräsidentin) und Roger Gut (Architekt)

Offizieller Spatenstich zum Neubau der Turnhalle. v.l.: Peter Däschter (Präsident Arbeitsgruppe), Silvia Spycher (Gemeindepräsidentin) und Roger Gut (Architekt)