Lüterswil-Gächliwil
Die Auswahl für die Gemeinderatswahlen ist diesmal gross

2001 kam es in Lüterswil-Gächliwil zum letzten Mal zu «richtigen» Wahlen. Dieses Jahr ist es wieder so weit: Neun Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich auf fünf Listen um die fünf Sitze für den Gemeinderat.

Rahel meier
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Blick auf Lüterswil-Gächliwil, Ortsteil Gächliwil.

Blick auf Lüterswil-Gächliwil, Ortsteil Gächliwil.

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Wer sich die Wahlunterlagen für Lüterswil-Gächliwil ansieht, stutzt für einen Moment. Und fragt sich, was denn los ist. Sieben Parteilose kandidieren auf vier Listen, dazu kommt eine FDP-Liste mit zwei weiteren Kandidaten. Alles halb so schlimm, wie sich beim Gespräch mit den Parteiverantwortlichen zeigt.

«Wenn ich mich richtig erinnere, wurden im Jahr 2001 zum letzten Mal Wahlen im Dorf durchgeführt», meint Silvia Stöckli. Sie ist Ansprechperson für die parteilose Liste, Vizegemeindepräsidentin und mit 16 Jahren Amtszeit die amtsälteste Gemeinderätin. «Ich fand, dass es an der Zeit ist, dass wir wieder einmal ‹richtige› Wahlen durchführen», meinte denn auch Eduard Lysser. Er ist FDP-Parteipräsident. Er habe deshalb angefangen, interessierte Leute zu suchen. «Dabei habe ich nicht auf die Parteizugehörigkeit geachtet, sondern grundsätzlich einfach fähige Leute angesprochen.»

«In erster Linie Sachpolitik»

So trafen sich der FDP-Parteipräsident, der SP-Parteipräsident, die wieder Kandidierenden und alle die, die sich für das Amt interessieren, zu einem Wahlabend. «Da zeigte sich, dass sich zwei Personen der FDP zugehörig fühlen und alle anderen sich zu keiner Partei bekennen wollten», erinnert sich Silvia Stöckli. «Für uns war klar, wir machen eine reine FDP-Liste mit unseren zwei Leuten», erklärt Lysser. Selbstverständlich erhoffe er sich, dass beide Kandidaten einen Sitz holen können. «Aber in erster Linie betreiben wir ja nicht Partei-, sondern Sachpolitik.»

Schwieriger wurde es bei den Parteilosen. Sieben Leute interessierten sich für fünf Sitze. «Wir hatten mehrere Vorschläge, eine Männer- und eine Frauenliste beispielsweise.» Aber dies wurde verworfen, weil zwei der Bisherigen Frauen sind. Schliesslich einigten sich die Anwesenden auf vier Listen und eine Listenverbindung. Auch Stöckli betont, dass für das Dorf politisiert wurde. «Das war in den letzten Jahren immer so.»

Spannend werden die Wahlen auch, weil der bisherige Gemeindepräsident nicht mehr antritt und im September eine Nachfolge für Beat Wehrle gesucht werden muss.