Langendorf
«Die Ausfinanzierung der Pensionskasse ist ein Kantonsproblem»

Im Langendorfer Gemeinderat gab die Ausfinanzierung der Pensionskasse einmal mehr Anlass zur Diskussion. So gab der Gemeinderat den Delegierten des Einwohnergemeindeverband keinen «Freipass» für die Lösung zur Ausfinanzierung der Pensionskassen.

Gundi Klemm
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Langendrof steht weiterhin für eine «Null-Beteiligung» der Gemeinden.

Langendrof steht weiterhin für eine «Null-Beteiligung» der Gemeinden.

Felix Gerber

Zu gerne hätte sich Gemeindepräsident Hans-Peter Berger die rätliche Zustimmung geholt: «Im Falle eines neuen, plausibel und verantwortbar erscheinenden Gegenvorschlags vom gefassten Beschluss des Gemeinderates an der DV des Einwohnergemeindeverbandes (VSEG) am 26. Mai abzuweichen.»

Als VSEG-Vorstandsmitglied kennt Berger das Ringen auf allen Ebenen, um eine Lösung für die Ausfinanzierung der Kantonalen Pensionskasse zu erzielen. «Wir müssen gemeinsam mit dem Kanton einen Deal finden, der das Problem im Konsens löst», sagte Berger.

Die Aussprache im Rat zeigte aber, dass der Langendörfer Zweierdelegation dieser «Freipass», so Patrik Suter, nicht gewährt wird. Urs Bentz, der sich wie Berger für das nicht bindende Mandat aussprach, verwies auf die Zahlungsverpflichtung, die «so oder so» der Steuerzahler übernehmen müsse.

Der Gemeinderat hat

- nach Klagen über Lärmbelästigung die Öffnungszeiten für die Entsorgungsstelle Werkhof auf Montag bis Freitag 7 bis 11.45 Uhr und 13.15 bis 18 Uhr sowie Samstag 8 bis 11.45 Uhr festgelegt;
- Beiträge an Institutionen
(Mädchenwoche 100 Franken, Zauberlaterne 300 Franken,
Ferienpass Konfetti 500 Franken) bewilligt;
- die Elektro-Tiefbauarbeiten
an der Heimlisbergstrasse an die
Firma Marti für 39 880 Franken vergeben. (gku)

Für ihre Lehrkräfte und das Gemeindepersonal muss die Gemeinde einen Beitrag von rund 2,5 Mio. Franken leisten. «Den wollen wir aber nicht über 40 Jahre mitschleppen», mahnte Daniel Hürlimann.

Er, wie auch Ivan Flury, die beide an die Nachschusspflicht der Mitglieder in privaten Versicherungen erinnerten, sprachen sich für einen Sanierungsbeitrag aller in der kantonalen Kasse Versicherten aus.

In der Abstimmung folgte der diesmal siebenköpfige Rat dem Votum Suter: «Das ist ein Kantonsproblem. Er soll das nötige Geld organisieren.» Mit 4 Stimmen, bei einer Enthaltung blieb der Rat bei der «Null-Beteiligung» der Gemeinden.

Zustand der Schulanlage

Um rechtzeitig den Investitionsbedarf in die kommunalen Liegenschaften zu ermitteln, hatte der Rat die Rohrer Engineering (Zürich) mit einer Zustandsanalyse beauftragt. Die umfangreiche Präsentation zeigte, dass alle Schulhäuser, beide Turnhallen, der Kindergarten Weihermatt und der Jugendtreff bautechnisch in allen Bestandteilen unter die Lupe genommen worden waren.

Referent Markus Rohrer operierte mit Alterungskurven, aus denen bei allen Teilen die weitere Zustandsentwicklung und die Instandsetzungskosten hervorgingen. Im Grundsatz gelte es, eine kostenintensive Instandstellung oder gar Abriss und Neubau zu vermeiden.

Für die acht Gebäude bilanzierte er einen Erneuerungsbedarf in den Jahren 2014 bis 2018 von 3,4 Mio. und von 2019 bis 2023 von 7 Mio. Franken. Die Finanzkommission erklärte, dass dieses Berechnungsmodell doch auf zu vielen Annahmen beruhe und eine grosse Streuungsbreite erkennen lasse.

Ratsmitglied Flury bekannte, dass ihn diese Zahlen ziemlich erschreckt hätten, zumal es bedeute, jedes Jahr 1 Mio. Franken für laufende Sanierungen auszugeben. Um sich selbst ein Bild zu machen, beschloss der Gemeinderat eine Begehung aller Objekte mit fachkundiger Unterstützung durch den Referenten. Danach wird die Zustandsanalyse an die Spezialkommission Schulraum überwiesen und das weitere Vorgehen im Finanzplan berücksichtigt.

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