Langendorf

Dickes Minus budgetiert: Langendorf muss über die Bücher

Langendorfs Gemeindepersonal darf sich auch 2014 weiterbilden. Der Gemeindebeitrag wurde nicht gestrichen.

Langendorfs Gemeindepersonal darf sich auch 2014 weiterbilden. Der Gemeindebeitrag wurde nicht gestrichen.

Trifft das Budget 2014 ein, erhöhen sich in Langendorf die Schulden um eine Million Franken. Gemeindepräsident Hans-Peter Berger präsentierte mit «Tabula rasa» eine Variante, die den Aufwandüberschuss und den Finanzierungsfehlbetrag wegputzen würde.

Mit einem kaum hörbaren Satz machte Gemeindepräsident Hans-Peter Berger im Gemeinderat klar, was Sache ist. «Das Minus im Budget 2014 können wir noch verkraften, dann geht es aber wirklich ans Fleisch vom Knochen.»

Dabei hatte die Finanzkommission in ihrem Bericht zum Budget 2014 die Alarmglocken läuten lassen. «Die ursprünglich gute Finanzlage hat sich sehr verdüstert», mahnte Rolf Truninger, Präsident der Finanzkommission. «Die Luft ist draussen», setzte er einen drauf. «Wir müssen Vollgas zurück», blieb er hartnäckig dran und endete mit: «Es gibt keine Tabus mehr.»

Die Finanzkommission schlägt beispielsweise eine Pensenreduktion auf der Bauverwaltung vor, auf die eigene Feuerwehr zu verzichten, die dorfeigene Kultur nicht mehr zu subventionieren, den Beitrag an den Verein Tagesmütter zu sparen, die gemeindeeigene Jugendarbeit zu stoppen, etc. Der Gemeindepräsident ging die Punkte kurz durch, nannte einige Hinweise wertvoll, zersauste andere, aber eine weitere Diskussion fand im Gemeinderat nicht statt.

Kein Fleisch mehr am Knochen

Dafür präsentierte Berger die Variante «Tabula rasa», also eine Variante, die den Aufwandüberschuss von 0,75 Mio. Franken und den Finanzierungsfehlbetrag von 1,140 Mio. Franken wegputzen würde. Anhand einer Tabelle zeigt er auf, welche Beiträge freiwillig von der Gemeinde geleistet werden. Das geht vom Beitrag an die Weiterbildung des Gemeindepersonals über den Seniorenausflug bis zum Unterhalt Vita-Parcours. Würde man alle diese Leistungen streichen, hätte die Gemeinde 562 000 Franken eingespart – und kein Fleisch mehr am Knochen.

Das Minus im Budget wäre aber nicht getilgt. Dazu müsste auch noch die Hälfte der geplanten Investitionen von nicht ganz 1,2 Mio. Franken aufgeschoben werden. «Irgendwie ist das ernüchternd. Wir müssen über die Bücher», schloss Berger.

Aber nicht in diesem Jahr. Die Variante «Tabula rasa» war im Gemeinderat kein Thema, auch nicht eine Steuererhöhung. Die Korrekturen des Budgets erbrachten kaum Einsparungen. Es bleibt bei Ausgaben von zirka 17,4 Mio. Franken und bei einem Minus von 750 000 Franken. Die Nettoverschuldung könnte bis Ende 2014 von 3,5 auf beinahe 4,7 Mio. Franken wachsen. Das Budget wird an der nächsten Sitzung verabschiedet.

29 Stellungnahmen zum Leitbild

Der Gemeinderat hat der Publikation des Entwurfs zum räumlichen Leitbild auf der Homepage der Gemeinde zugestimmt. Der Entwurf wurde aufgrund der öffentlichen Mitwirkung überarbeitet. Dabei sind 29 Stellungnahmen eingegangen. Die Gemeinde Solothurn hat eine zustimmende Stellungnahme abgegeben. Der Gemeinderat Oberdorf verzichtete auf eine Stellungnahme. Bellach und Rüttenen gaben keine Rückmeldung. Ausstehend ist die Stellungnahme des kantonalen Amtes für Raumplanung. Um den Marschplan aber dennoch einhalten zu können, soll der Entwurf vom Gemeinderat für die Publikation auf der Homepage freigegeben werden. Diesem Vorschlag der Planungskommission stimmte der Gemeinderat zu.

Zuvor wurden die letzten Änderungen im Entwurf genehmigt. Betroffen ist vor allem die Zielformulierung des Leitbildes. Dieses lautet nun: moderates Wachstum von 0,5 Prozent jährlich (ein Plus von 20 bis 25 Einwohnern jährlich). Zielgrösse für das Jahr 2030 ist eine Einwohnerzahl von 4100 bis 4200 (am 1.1.13 waren es 3773). Explizit sagt das Leitbild, dass keine stark verkehrsrelevante Einrichtung (zum Beispiel Fachmärkte) angesiedelt werden sollen. Dies die wichtigsten Änderungen. Die Bevölkerung kann an der nächsten Gemeindeversammlung über das Leitbild entscheiden.

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