Informationsveranstaltung
Derendingen will hoch hinaus: Rund 320 neue Wohnungen sind geplant

Rund um die ehemalige Baumwollspinnerei Emmenhof, in der später die Teigwarenfabrik Scolari einquartiert war, sollen neue Wohnungen entstehen. Viele neue Wohnungen, und zwar in allen Grössen und für jedermanns Bedürfnisse.

Lea Reimann
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Illustration des Grossprojekts Emmenhof.

Illustration des Grossprojekts Emmenhof.

zvg/nightnurse images Zürich

Die Emmenhof Immobilien AG, die Planer und die Einwohnergemeinde orientierten am Donnerstagabend über das Bauprojekt und die beiden Gestaltungspläne, die derzeit zur Prüfung beim Kanton liegen. Die beiden Eigentümer Bruno Planzer und Markus Ehrat stellten ihr Projekt mit Begeisterung vor.

Ausgehend vom Spinnereigebäude wird ein Strassenkreuz als übergeordnete Raumfigur entstehen. Lange Platzräume mit viel Grünraum und Bäumen bilden die Struktur für ein lebendiges Quartier. Durch autofreie Wege und Plätze wird der gesamte Grund in vier unterschiedliche und unabhängige Baufelder geteilt. «Es ergibt sich Raum mit öffentlichem Charakter, in dem Kontakte möglich sein sollen», so Bruno Planzer. Der eingedolte Schluchtbach soll freigelegt und renaturiert werden, wie ein zweiter, separater Gestaltungsplan festhält. Eine neue Fussgängerbrücke über den Emmekanal würde den direkten Weg ins Naherholungsgebiet ermöglichen.

Insgesamt könnten auf dem Areal rund 320 Wohnungen entstehen. «Wir bauen Wohnungen für normale Menschen, nicht für Topverdiener!», betonte Planzer.

Die Neubauten werden sich in der Regel an der Höhe der Spinnerei orientieren. Einzige Ausnahme bildet das Hochhaus, welches zentrales Element der Überbauung werden soll. Laut Gestaltungsplan darf es maximal 16 Geschosse und 52 Meter hoch werden. Bruno Planzer schwärmte von der wunderbaren Sicht auf die Alpen und ins Mittelland. Ausserdem passe das Hochhaus architektonisch wunderbar ins Bild.

Verdichtet bauen

Einigen Anwesenden war aber gerade dieses Hochhaus ein Dorn im Auge. «Wir haben in unserer Gemeinde bereits einen Schandfleck, nämlich das bestehende Hochhaus», sagte ein Emmenhofquartier-Bewohner. Planzer entgegnete, dass das Hochaus der Verschwendung von Land entgegenwirke und auch Gemeindepräsident Kuno Tschumi unterstrich: «Um die Zersiedelung zu stoppen, müssen wir verdichtet bauen.» Gerade deshalb begrüsse der Kanton das Hochhaus. Auch Tschumi selbst zeigte sich überzeugt: «Derendingen hat weder einen Seeanstoss noch einen Südhang, aber ab dem sechsten Stock sieht man die Alpen. Das wird Leute anziehen.» Er dankte den Initianten: «Das Projekt hat Risiken und Chancen. Danke, dass Sie an unser Dorf glauben.» Die Gemeinde werde ihr Möglichstes beitragen. Man sei sehr angetan davon, wie sich das Projekt bis jetzt präsentiere.

Ein weiterer Punkt, der Diskussionen auslöste, war die Verkehrssituation, welche ohnehin bereits unbefriedigend sei. Eine vom Kanton geforderte Analyse wird Aufschluss geben, ausserdem werde man bezüglich Kreuzplatz bald mehr erfahren.

Unter den rund 50 Anwesenden gab es aber auch zahlreiche Befürworter. «Ich sehe das als grosse Chance für unser Dorf», so eine Anwohnerin.

In Etappen realisiert

Bauverwalter Roger Spichiger erklärte, dass die Gestaltungspläne bis nächsten Frühling bewilligt sein könnten, sofern keine Einsprachen erfolgen. Während man mit der Renaturierung des Schluchtbaches somit im besten Fall schon dann anfangen könnte, wird die Planung der Gebäude wohl noch ein Jahr länger dauern. Das Projekt wird in Etappen realisiert, wobei man noch keine zeitliche Prognose über die Fertigstellung wagt. «Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass alles in fünf Jahren steht!», so Planzer. In einer ersten Etappe möchte man den südwestlichen Teil an der Schützenstrasse realisieren, zu dem etwa das Restaurant Traube gehört. Dort entstehen die ersten 14 Mietwohnungen, die zwischen zweieinhalb und fünf Zimmer umfassen. Als zweites soll dann der nordwestliche Teil direkt am Kanal in Angriff genommen werden. So könne man Bedürfnisse laufend berücksichtigen und die Bauten der Nachfrage anpassen.