Bevor sich der Gemeinderat in die mit 18 Traktanden «episch lange» Geschäftsordnung hineinkniete, brachte Gemeindepräsident Kuno Tschumi das tiefe Bedauern über den tödlichen Verkehrsunfall der Schülerin am letzten Freitag zum Ausdruck. Der Rat regte an, die Sicherheitsthematik Schulkindern und Jugendlichen vermehrt ins Bewusstsein zu rufen.

Ins Tagesgeschäft leitete dann ein kurzer Exkurs über die zentrale Bedeutung des Finanzausgleichs über. «Wir sind darin ein grosser Player», so der Gemeindepräsident. Bei Annahme des Referendums erhält Derendingen fürs kommende Jahr nur noch 848 000 Franken. «Und das für sicher ein Jahrzehnt.» Aktuell erhält Derendingen einen 2,3 Mio. Franken-Beitrag. Der Gemeinderat sprach sich deshalb dafür aus, mit einem Flyer Stimmberechtigte auf die besondere Problematik aufmerksam zu machen.

Die Aufgaben wachsen

Mit den grossen, im Dorf geplanten Investitionen und dem zu erwartenden Bevölkerungswachstum befinde sich die Gemeinde «im Vorwärtsgang», unterstrichen der Gemeindepräsident sowie Markus Zürcher, Chef der Finanzkommission. Für die wachsenden Aufgaben sei aber die Personaldecke zu knapp bemessen. Aus diesem Grund wurde die Stelle von Schulsekretärin Gisela Zürcher von 60 auf 80 Prozent angehoben. Die bisher nur provisorisch geführte Sachbearbeiterstelle der Einwohnerdienste soll mit Antrag an die Gemeindeversammlung definitiv besetzt werden, wie Béatrice Müller als Leiterin der Administration begründete. Auch im Zivilschutz soll Kommandant Dominik Meyer statt zwei nebenamtlichen Stellvertretern in der Person von Konrad Berger ein hauptamtlicher Stellvertreter mit 50-Prozent-Pensum provisorisch für zwei Jahre an die Seite gestellt werden.

Pragmatisch entschied der Rat bezüglich Pensenerhöhung in der Abteilung Finanzen und Steuern, die jetzt noch mit 200 Stellenprozenten zu «schlank» dotiert sei. Die Ratsmitglieder Urban Cueni und Markus Baumann machten sich mit strategischen Argumenten dafür stark, angesichts der Umstellung auf das Rechnungsmodell HRM2 und für den Inkasso-Bereich eine Fachperson zu suchen mit einem Tätigkeitsumfang von 80 bis 100 Prozent. Der Gemeinderat votierte einstimmig für die Verstärkung.

Elegante Lösung

Im Wissen, dass zur Ausfinanzierung der Kantonalen Pensionskasse Geld nötig ist, hatte der Gemeinderat Rückstellungen vorgenommen. «Mit der Tilgung der Deckungslücke für das Gemeindepersonal im Umfang von 1,7 Mio. Franken ist also unser Budget nicht belastet», freute man sich an der eleganten Form der Vergangenheitsbewältigung. Der eigentliche Voranschlag mit einem Aufwand von 36,4 Mio. Franken für die Laufende Rechnung war bereits an einer Klausursitzung weitgehend «durchgestrählt» worden. Das Minus beläuft sich auf 152 100 Franken. Die Investitionsrechnung listet Ausgaben von netto 3,0 Mio. Franken auf. Unverändert bleibt der Steuerfuss.

Keine Lohnerhöhung

Ohne Beisein des Gemeindepersonals in den eigenen Reihen beriet der Gemeinderat über mögliche Einkommenszulagen. Man einigte sich darauf, am bisherigen, dem Kanton entsprechenden Honorarsystem festzuhalten, zumal jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für eine Änderung sei. Der Rat anerkannte einstimmig, dass die Verwaltung gute Arbeit leistet. Man will sich aber Gedanken über eine Bonus-Ausschüttung machen.

Markus Zürcher erläuterte zwei Varianten für den Finanzplan der Periode bis 2019 mit den Worten: «Er manövriert uns nicht ins Abseits sondern hilft mit mancherlei Spielräumen, unsere Zukunft zu bewältigen.»