Mobility
Der Weg zu einem Mobility-Standort ist in der Region Solothurn lang

Mobility liegt im Trend. Auch in Lommiswil will man nun von den roten Mietautos profitieren. Kürzlich wurde ein Aufruf an die Bevölkerung gestartet.

Melanie Riedi
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Am Holunderweg befindet sich einer von fünf Mobility-Standorten der Stadt Solothurn.

Am Holunderweg befindet sich einer von fünf Mobility-Standorten der Stadt Solothurn.

Die roten Mobility-Fahrzeuge entdeckt man meist an Bahnhöfen. Rund 2600 Autos aus insgesamt zehn verschiedenen Fahrzeugkategorien stehen allen Interessenten sowie den Mobility-Genossenschaftern in der Schweiz zur Verfügung. «In der Stadt Solothurn verzeichneten wir per Ende letzten Jahres 350 Mobility-Kunden. Für sie stehen an den fünf Standorten in der Stadt 13 Autos zur Nutzung bereit», sagt Alain Barmettler von der Mobility Genossenschaft.

Reservieren per Internet

Das Mietprinzip funktioniert an den 1300 Schweizer Standorten durch Selbstbedienung: Reservieren kann man die Autos per Internet (www.mobility.ch), App oder Telefon. Vor Ort können sie mit einer Mobility-Card, die an den SBB-Bahnhöfen erhältlich ist, abgeholt werden.

Die Standortauswahl der Mobility-Autos erfordert im Vorfeld viele Abklärungen. Denn diverse Kriterien müssen erfüllt werden, damit Mobility die Rentabilität der Örtlichkeit garantiert ist. «Es ist wichtig, dass in der Nähe des Fahrzeugstandortes eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr existiert. Die Mobility-Autos sollten gut auffindbar und der Zugang zu ihnen ungehindert sein», sagt Barmettler. Ebenso sei es wichtig, dass der Bereich rund um den Standort durch guten Handy-Empfang abgedeckt ist.

Interessenten gesucht

Fast täglich kommt es vor, dass Private neue Standorte anregen. Der Lommiswiler Marco Ramaioli lancierte letzten Dezember einen speziellen Aufruf auf der Gemeinde-Homepage von Lommiswil: Er sucht nach weiteren Interessenten aus seinem Dorf, die wie er einen Mobility-Standort in Lommiswil begrüssen und regelmässig nutzen würden. Bisher blieb dieser Aufruf ohne Echo. «Falls sich Privatpersonen oder Gemeinden für einen neuen Standort in der Umgebung interessieren, steht einer Anfrage an Mobility nichts im Wege», so Alain Barmettler. Mobility sei - falls der Standort lukrativ zu sein scheint - gerne dazu bereit, alles Nötige in die Wege zu leiten.

Ramaioli gibt nicht auf

So besteht beispielsweise die Möglichkeit eines speziellen Vertragsabschlusses zwischen der Mobility und den interessierten Gemeinden, und zwar in Form einer Umsatzgarantie. Dabei übernimmt die Gemeinde jeweils am Jahresende die Restkosten, welche durch die Mobility-Nutzer im Laufe des Jahres nicht gedeckt wurden. Marco Ramaioli ist bereits seit über zehn Jahren Mobility-Genossenschafter. Er gibt seine Idee noch nicht auf: «Falls ich keine Reaktionen erhalte, werde ich persönlich einige Personen auf dieses Thema ansprechen», kündigt Ramaioli an.