Amtsgericht
Der Velowerfer von Zuchwil muss für 2,5 Jahre ins Gefängnis

Das Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt hat den 20-Jährigen, der im Jahr 2011 ein Velo von der Autobahnbrücke auf die A5 geworfen hatte, zu einer Freiheitsstrafe von 2,5 Jahren und zu einer stationären Therapie verurteilt.

Drucken
Teilen
Velowerfer von Zuchwil

Velowerfer von Zuchwil

Tele M1

Der Richter begründete das Urteil damit, dass Marco M.* gewusst habe, was er da mache. «Für jedes Kind ist klar, was passieren kann, wenn man ein Velo auf die Autobahn wirft. Jedem ist klar, dass dort Autos durchfahren». Die Tat beschrieb das gericht als «extrem».

Mit dem Urteil blieb das Amtsgericht leicht unter dem Antrag der Staatsanwalt, der 3,5 Jahre und eine stationäre Massnahme gefordert hatte. Das Urteil fiel schwächer aus, weil der Gerichtspsychiater Marco M. im Vorfeld eine «mittlere Verminderung der Steuerungsfähigkeit» attestierte.

Zusätzlich zu der Haftstrafe von 2,5 Jahren und der stationären Therapie muss Marco M. seinen Opfern Schadenersatz in der höhe von mehreren Tausend Franken bezahlen.

Der Velowurf vom September 2011

Am 12. September 2011 warf der damals 19-jährige Marco M.* ein Velo von der Brücke beim Zuchwiler Birchi Center auf die Autobahn A5 - und traf damit ein in Richtung Grenchen fahrendes Auto.

Das Velo zerschlug die Windschutzscheibe des Autos. Mit viel Glück konnte der junge Lenker das Auto, in dem sich noch zwei weitere Familienmitglieder befanden, auf dem Pannenstreifen anhalten. Die Insassen kammen mit dem Schrecken davon und hatten Glück, dass nichts Schlimmeres passiert war.

Marco M. hatte vor dem Amtsgericht keine Erklärung für die Tat: «Ich wollte das Velo einfach loswerden.» Es sei ein Impuls gewesen. «Ich habe es ohne zu überlegen geworfen.» Er habe vorher getrunken und Drogen konsumiert. (sbi)

Name der Redaktion bekannt