Hansruedi Wüthrich, Gratulation zum Bucheggberger Kulturpreis. Waren Sie sehr überrascht, den Preis zu erhalten?

Hansruedi Wüthrich: Ja, vor allem, weil ich ja selbst nicht «Kultur» herstelle, sondern im zweiten Glied als Vermittler oder Organisator tätig bin. Deshalb betrachte ich diesen Preis auch als Anerkennungspreis.

Es ist eher aussergewöhnlich, in ihrem Alter (Wüthrich hat Jahrgang 1957) einen solchen Preis zu bekommen.

Tatsächlich. Ich werde langsam zum Kulturgut. Doch Spass beiseite. Ich gebe gerne zu: Es freut mich schon sehr, diesen Preis zu erhalten. Es zeigt doch, dass die Arbeit und die vielen Engagements all die Jahre hinweg wahrgenommen und geschätzt wurden.

Woher kommt denn eigentlich Ihre Motivation, sich so sehr für den Bucheggberg einzusetzen?

Es interessiert mich eben, was in meiner unmittelbaren Umgebung passiert. Das habe ich wahrscheinlich schon in meiner Kindheit mitbekommen. Es ist Pflichtbewusstsein, aber es macht doch auch Freude und bereichert das eigene Leben, wenn man sich für andere einsetzt.

Haben Sie den Bucheggberg je verlassen?

Nur einmal arbeitete ich zwei Jahre in Bern. Ich fühle mich eben hier sehr wohl, zuhause und angenommen. Das heisst nicht, dass ich nicht viel unterwegs wäre, beruflich und natürlich auch auf Reisen. Nur in Südamerika war ich noch nie. Ich erinnere mich an einen Satz von Willi Ritschard: «Zu Hause ist dort, wo man Ärger hat.»

Wie charakterisieren Sie denn eigentlich einen typischen Bucheggberger?

Er ist sich der Traditionen und seiner Herkunft bewusst, hegt aber keine Abwehr gegenüber anderen oder Neuem. Das kommt vielleicht daher, weil es
im Bucheggberg kein eigentliches Zentrum gibt. Man ist offen Richtung Fraubrunnen, Seeland, Grenchen oder Solothurn.

Werden Sie sich in Zukunft weiter so stark in der Gesellschaft engagieren?

Ich war zwanzig Jahre intensiv politisch tätig. Nach meinem Jahr als Kantonsratspräsident habe ich mir bewusst überlegt, was ich mit meinen kommenden Jahren anfangen soll. So habe ich mich entschieden, neben dem Beruf nur noch Engagements anzunehmen, die mir wirklich Lust und Freude machen.

Hansruedi Wüthrich erhält den Bucheggberger Kultur- und Anerkennungspreis für sein Engagement bei zahlreichen Vereinen, Verbänden oder Institutionen. Seit 2012 ist er Präsident des Anzeigerverbandes Bucheggberg-Wasseramt, Vize-Präsident des Vereins Blumenhaus Buchegg, Vorstandsmitglied der Stiftung Schloss Buchegg und Mitinitiant des Bezirksarchivs Bucheggberg.