Betriebsversammlung
Der Scintilla-Direktor stellte sich der Belegschaft

Der Direktor der Scintilla, Christof Ziegler, bestätigte vor der Belegschaft die von der Unia präsentierte Vereinbarung. Dafür erntete er Applaus. Die angedrohten Kampfmassnahmen seien endgültig vom Tisch, sagte er.

Franz Schaible
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Christof Ziegler, Direktor Scintilla

Christof Ziegler, Direktor Scintilla

Hansjörg Sahli

Christof Ziegler, Direktor der Scintilla AG und Mitglied des Bereichsvorstands von Bosch Power Tools, stellte sich am Dienstag der im Personalrestaurant versammelten Belegschaft. Nach der Betriebsversammlung orientierte er aus seiner Sicht über die «erfolgreichen Gespräche zwischen der Scintilla und Arbeitnehmervertretern».

Dafür wurde ihm applaudiert wie zuvor dem Unia-Mann Corrado Pardini. Im Grossen und Ganzen bestätigte er die Aussagen der Gewerkschaft Unia und der Angestellten- und Betriebskommission.

Wenn auch mit Nuancen. So sei – beispielsweise – im gegenseitigen Interesse sehr zu begrüssen, dass Unia und die Mitarbeitenden zugesichert hätten, die geltende Friedenspflicht zu wahren. «Damit sind die angedrohten Kampfmassnahmen endgültig vom Tisch», sagte er. Dagegen schreibt die Unia in ihrem Communiqué, dass die ins Auge gefassten Kampfmassnahmen zwar sistiert werden, aber als Option bestehen blieben.

Externe Berater prüfen

Gleichzeitig erklärte Ziegler, dass mit dem verlängerten Konsultationsverfahren nun genügend Zeit bei der Suche nach Lösungen zur Verfügung stehe. Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter würden gemeinsam Vorschläge erörtern, ob und wie die Wettbewerbsfähigkeit der Fertigung und Entwicklung von Elektrowerkzeugen in Zuchwil wiedererlangt werden könnte.

Dazu würden auch unabhängige externe betriebswirtschaftliche Berater einbezogen. «Ziel ist es, die Möglichkeit zur Steigerung der Konkurrenzfähigkeit zu bewerten sowie die wirtschaftliche Basis der geplanten Verlagerung nachzuvollziehen.»

«Kantonsregierung eingeladen»

Auf die Frage, ob noch Hoffnung bestehe, die Produktion in Zuchwil aufrecht zu erhalten, wollte Ziegler nach der Versammlung nicht eingehen. Dafür sagte er: «Scintilla ist noch der einzige Elektrowerkzeughersteller in der Schweiz. Alle Mitbewerber sind in Ländern mit deutlich tieferen Lohnkosten aktiv.» Dagegen sieht er Chancen bei der Suche nach Interessenten für industrielle Aktivitäten am Standort Zuchwil.

Zusammen mit einer spezialisierten Unternehmensberatung werde auch in anderen Industriezweigen nach Chancen zum Erhalt der Arbeitsplätze gesucht. Ein «Runder Tisch» der Sozialpartner werde die Steuerungsfunktion übernehmen. «Dazu wird auch die Kantonsregierung eingeladen, die klar signalisiert hat, beim Vorhaben mitzuhelfen», erklärte Ziegler.

Eine klare Antwort gab Ziegler auf die Frage, ob der ebenfalls in Zuchwil angesiedelte weltweite Power-Tools-Produktbereich Zubehör gefährdet sei. «Nein, eine Verlagerung dieses Bereiches ist definitiv kein Thema.»