Raubtierpark
Der Schweizer Tierschutz hofft auf einen neuen Raubtierpark

Das Urteil des Schweizer Tierschutzes (STS) über den Raubtierpark Strickler in Subingen ist zurückhaltend positiv. Für einen neuen Park fordert er aber bessere Tiergehege.

Urs Mathys
Drucken
Teilen
René Strickler mit Löwen

René Strickler mit Löwen

Solothurner Zeitung

Der Park komme seinem Anspruch nach, dem Besucher nahen Kontakt zu Grossraubtieren zu ermöglichen und die Tiere gleichzeitig mit Auftritten zu beschäftigen. Eine durchschnittliche Fläche von rund 300 Quadratmeter pro Tier sei denn auch «deutlich mehr, als die minimalistische Tierschutzverordnung erfordert». Aber: «Jedoch sind die einzelnen Gehege eher klein und es leben darin oft ganze Raubtiergruppen.»

Zoobericht 2012

In seinem «Zoobericht 2012» nimmt der Schweizer Tierschutz die Zoos des ganzen Landes unter die Lupe. Bezüglich des Subinger Raubtierparks erteilt der Verband gute und schlechtere Noten. Als positive Beispiele werden die Haltung der Leoparden und der Löwen hervorgehoben, während anderseits jene der Kragenbären und Pumas auf Kritik stösst. Klare Vorbehalte äussert der STS zu der in Subingen betriebenen «hands-on»-Tierhaltung, bei der die Wildtiere gegenüber ihrem Tierlehrer handzahm sind. Der STS vertritt die Ansicht, dass «Wildtiere wie Grosskatzen nicht gezähmt werden sollten», wird klar festgehalten.
«Die Grosskatzenhaltung zu reinen Showzwecken entspricht überhaupt nicht den Vorstellungen des STS von einer sinnvollen und artgerechten Tierhaltung». Allerdings handle es sich bei den Tieren von René Strickler «grösstenteils um überzählige Zootiere, die ohne dieses ‹Asyl› eingeschläfert worden wären». Herzblut für die Tiere und Fachkenntnisse in der «hands-on»-Haltung seien bei Strickler denn auch «eindeutig vorhandenen». Für die Anlage in Subingen spreche auch, dass der wenige vorhandene Platz «mit einem durchdachten Raumkonzept optimal genutzt wird». Die Auftritte in der Manege «mögen eine wichtige Bereicherung des Alltags in den relativ kleinen Gehegen sein, doch können sie weder das natürliche Verhaltensrepertoire ersetzen, noch ungenügende Haltungsbedingungen verbessern».

Was passiert nach Pacht-Ablauf?
Mit Blick darauf, dass «die Zukunft des Raubtierparks derzeit in der Schwebe» sei, weil der Pachtvertrag 2013 auslaufen werde, wird im STS-Zoobericht die Erwartung explizit festgehalten, dass «mit dem Standortwechsel auch eine klare Verbesserung der Tiergehege» - bezüglich Flächen und verhaltensgerechten Strukturen - verbunden sein wird. Allerdings: Noch weiss niemand ob, wo und wie es mit dem Raubtierpark dereinst weitergehen soll. (ums.)

Aktuelle Nachrichten