Luterbach
Der Schaffner-Werkplatz Luterbach wird zum Denkplatz Luterbach

Bei der Schaffner Holding AG in Luterbach arbeiten heute wieder fast 100 Leute. Die Produktion wurde ausgelagert, dafür wurde die Entwicklung ausgebaut.

Rahel Meier
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In Luterbach werden Komponenten für Elektro- und Hybridfahrzeuge entwickelt.

In Luterbach werden Komponenten für Elektro- und Hybridfahrzeuge entwickelt.

Oliver Menge

Schaffner konnte an der heutigen Pressekonferenz auf ein durchzogenes Geschäftsjahr zurückblicken. Der Umsatz der gesamten Schaffner-Gruppe ging im Geschäftsjahr 2010/11 um 2,8 Prozent auf 183,7 Millionen Franken. Auch der Gewinn ging leicht zurück. Einen grossen Einfluss auf das Ergebnis hatte dabei der starke Franken. In Lokalwährungen gerechnet schrumpfte der Umsatz nämlich nicht, sondern wuchs um 9 Prozent.

Mehr Personal in der Entwicklung

Vor rund zwei Jahren sorgte Schaffner mit Entlassungen für Negativschlagzeilen in der Region. Damals wurde die Produktion verlegt. Konkret heisst das, dass eher schlecht qualifizierte Arbeitskräfte entlassen wurden. In der Zwischenzeit wurden neue Kräfte eingestellt. Dabei wird in Luterbach vor allem entwickelt. Auch im Marketing wurde neues Personal angestellt. Nicht ohne Stolz erklärt Chief Exekutive Officer Alexander Hagemann gegenüber der az Solothurner Zeitung, dass heute wieder gegen 100 Personen im Werk Luterbach arbeiten.

„Die Lohnsumme ist vermutlich höher, als sie vor zwei Jahren war. Denn es wurden vor allem hoch qualifizierte Berufsleute angestellt." Oder wie Hagemann meint: „Wir haben aus dem Werkplatz Luterbach den Denkplatz Luterbach gemacht." Im Verlauf des letzten Geschäftsjahres wurden nämlich acht neue Mitarbeitende in der Entwicklung im Bereich „Automotive" eingestellt. 13 Personen entwickeln und forschen nun in Luterbach. Hagemann macht zudem deutlich, dass dieser Bereich dort bleiben soll.

In fast allen Automarken

Entwickelt werden schlüssellose Schliessysteme für moderne Autos, aber auch Systeme zur Überwachung des Reifendrucks. Potenzial hat der Bereich in dem Komponenten für Hybrid- und Elektrofahrzeuge entwickelt werden. „Die Komponenten aus Luterbach gehen direkt zu einigen Autoherstelllern, aber auch zu allen grossen Zulieferfirmen." In China, Japan, Korea, den USA, Deutschland oder Frankreich würden Autos mit Komponenten ausgerüstet, die in der Schweiz entwickelt und in Thailand produziert werden.

Mit dem Engagement in Entwicklung und Beratung will Schaffner die Voraussetzungen schaffen, um in diesem Zukunftsmarkt von Beginn an eine wichtige Position einzunehmen. Schon im Geschäftsjahr 2011/12 wird ein nennenswerter Beitrag zum Gruppenumsatz aus dem Bereich Elektromobilität erwartet. Bis 2015 strebt Schaffner mit Produkten für die Automobilindustrie einen jährlichen Umsatz von rund CHF 40 Mio. an.