Zuchwil

Der Preis für die Widi war unbestritten

Das Widi-Areal würde das Sulzer-Areal arrondieren.

Das Widi-Areal würde das Sulzer-Areal arrondieren.

Der Zuchwiler Gemeinderat empfiehlt dem Souverän den Verkauf der heutigen Sportplätze an die Immobiliengesellschaft Swiss Prime Site (SPS). Der Verkaufspreis soll 6,6 Millionen Franken betragen.

Das Projekt «Riverside» hat im Gemeinderat breite Zustimmung erhalten. In der entscheidenden Abstimmung sprachen sich 19 Gemeinderäte für einen Verkauf an die Immobiliengesellschaft Swiss Prime Site (SPS) aus. 4 Personen waren dagegen. Das letzte Wort hat nun die Gemeindeversammlung.

Die Widi, zwischen dem Sulzer-Areal (gehört der SPS) und dem Wäldchen vor dem Sportzentrum Zuchwil gelegen, wird aktuell von drei Sportvereinen genutzt, dem FC Zuchwil, dem Tennisclub Widi und den Eisstockschützen. Die über 30 000 Quadratmeter Fläche soll für 6,6 Millionen Franken von der Gemeinde an die SPS verkauft werden. Noch einmal legte sich Gemeindepräsident Stefan Hug ins Zeug, um die Vorteile eines Verkaufs zu illustrieren. Das ist nicht weiter erstaunlich, schliesslich hat der Gemeinderat die Entwicklung des Widi-Areals zum Legislaturziel erklärt.

Offene Kritik gegen den Verkauf kam einzig von Patrick Marti, der den Verkauf als übereilt bezeichnet. «Lassen wir doch die SPS zuerst ihr Gelände, das Sulzer-Areal, entwickeln. Kommt das gut, können wir immer noch die Widi verkaufen.» Das Sulzer-Areal umfasst über 170 000 Quadratmeter Land und ist belegt mit mehreren Gebäuden und insbesondere einer riesigen Industriehalle. Diese soll nicht angetastet, aber entwickelt werden. Weitere Teile des Grundstückes in der Industriezone, insbesondere diejenigen an der Aare, sollen aufgewertet und neu einer Wohnzone zugeführt werden.

«Und wenn es nicht gelingt?»

Die Widi ihrerseits würde aus Sicht der SPS ihr bisheriges Areal ideal ergänzen. Ebenfalls aufgewertet von der aktuellen Sport- und Freizeitzone in eine Wohnzone würde die Widi zu einer Wohnperle. Und gerade dies sieht auch Kritiker Marti. Mit einem Verkauf sei keine Garantie verbunden, dass das Vorhaben der SPS, die Entwicklung des gesamten Areals, auch umgesetzt werde. «Die Absicht besteht, das Areal von Osten her, als zuerst die Widi, zu bebauen. Was, wenn die Nachfrage einbricht, und die SPS das restliche Gebiet aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr weiterentwickeln», so Marti. Diese Befürchtung konnte ihm natürlich niemand nehmen, den am Ende entscheidet der Markt. Dies haben die Promoter an der letzten Gemeinderatssitzung, als sie das Projekt vorstellten, nicht verheimlicht.

Nicht gegen den Verkauf der Widi, aber zur beabsichtigten Abwicklung des Handels, äusserten sich weitere Gemeinderäte. Befürchtungen wurden laut, dass die Widi zwar verkauft, aber die beteiligten Sportvereine nicht zu ihrer Ersatzsportstätte kommen. Dass der Gemeinderat unterwegs die Übung abbrechen könnte. Gemeindepräsident Stefan Hug legte aber klar dar, dass das Wohl der Sportvereine sein oberstes Ziel sei. Der Mechanismus der Demokratie erlaube zwar dem Gemeinderat oder der Gemeindeversammlung zu beabsichtigten Vorhaben Nein zu sagen, «aber wir können hier mit unserem Ja zum ganzen Paket für unsere Absicht einstehen».

Das Paket umfasst beispielsweise auch eine Zusammenstellung, was mit dem Verkaufsertrag gemacht werden soll. Das neue Klubhaus für den FC Zuchwil kostet 0,9 Mio. Franken, der Kunstrasen 1,35 Mio. Franken, die Beleuchtung, 0,2 Mio. Franken, der Zusatz Kunstrasen für die Restfläche beim Sportzentrum 0,4 Mio. Franken, das alte Klubhaus wird mit 0,066 Mio. Franken vergütet, der Tennisclub erhält eine Anlage und ein Klubhaus für 0,5 Mio. Franken bei der jetzigen Scintilla-Sportanlage neben der Kebag und die Eisstockschützen eine Spielanlage auf dem SPS-Areal für 0,05 Mio. Franken. Macht zusammen mit einer Reserve zirka 3,81 Mio. Franken. 2,79 Mio. Franken stünden dann zur Verfügung der Gemeindefinanzen.

Zum Paket gehört auch eine Zweitmeinung zum Kaufangebot für die Widi. Darin berücksichtigt sind unter anderem der Abbruch bestehender Gebäude, eine dreigeschossige Wohnzone, Erschliessungskosten etc. Die Zweitmeinung kommt auf einen Preis von 6,8 Mio. Franken. War dies der Grund, dass kein Wort zum Kaufangebot verloren wurde? Einzig der Gemeindepräsident sagte, dass das erste Angebot der SPS korrigiert worden sei.

Der Weg ist nun frei für eine Abstimmung zum Kaufangebot für die Widi an der kommenden Gemeindeversammlung. Letzte Verhandlungen mit den Sportvereinen sollen vorher zu einer Absichtserklärung führen, welche von den Sportvereinen mitunterzeichnet wird. Darin aufgeführt werden die künftigen Massnahmen der Gemeinde für die Vereine, falls die Widi verkauft wird. Die Absicht ist klar: Unterzeichnen die Vereine diese Erklärung, dürfte Opposition aus deren Reihen grösstenteils der Wind aus den Segeln genommen sein. Nichtsdestotrotz entscheidet am Ende der Stimmbürger.

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