Messen
Der Märit im südlichsten Zipfel des Kantons profitierte vom schönen Herbstwetter

32 Standbetreiber boten einen kleinen aber feinen Markt, der vom Wetter begünstigt war. Obwohl von den angemeldeten 46 Betreibern nicht alle erschienen sind, zeigte man sich zufrieden. Fürs leibliche Wohl sorgte der Damenturnverein.

Urs Byland
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Herbstmärit in Messen
13 Bilder
Sockenverkauf
Ein Karussel für die Kleinsten darf nicht fehlen
Ursula Haldemann verkauft Karten
Maler Fritz Liechti verkauft Maroni am Märit
Beide Bäckereien aus Messen verkaufen ihre Waren am Märit
Märit in Messen
Märit in Messen
Käthi Hert (liniks) und Maja Neuenschwander bereiten die Bratwürste vor
Gemütliche Runde
Heinz Iseli, Kulturkommission, Adrian Schär (Mitte), der fürs Oberaargauische Schwingfest im nächsten Jahr in Messen wirbt und der Marktbeauftragte Hansjörg Ingold (rechts)
Märit in Messen
Kinder spielen

Herbstmärit in Messen

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Beinahe ohne Wolken und mit viel Wärme hat der Messner Herbstmärit einen guten Tag erwischt. Einzig ein scharfer Westwind fegte durchs Limpachtal und riss alles mit sich, was nicht befestigt war. Die super Bedingungen sorgten für einen starken und steten Besucherstrom.

Heinz Iseli, Präsident Kulturkommission, hatte aber keine Erklärung, weshalb von den angemeldeten 46 Standbetreibern nur deren 32 gekommen sind. «Die kommen einfach nicht. Wir sind gleichwohl zufrieden», sagt Iseli. Zusammen mit dem Marktbeauftragten Hansjörg Ingold und anderen organisiert er dreimal jährlich den Märit, der heuer schon im 130. Jahr durchgeführt wird.

Die letzten 41 Mal mit dabei war der Damenturnverein. Die Märit-Froue haben in dieser zeit zirka 8800 Bratwürste verkauft. «Ohne uns wäre der Märit schon lange nicht mehr. Weil wir so viele Leute bringen», sagt Maja Neuenschwander und wendet die Bratwürste.

«Es gab nichts zu essen, da hatten wir die Idee, einfach Bratwurst mit Brot zu verkaufen», berichtet Käthi Hert von den Anfangszeiten. Das Brot zur Bratwurst backen die Märit-Froue selber.

1600 Paar Schuhe mit dabei

Ihre Kunden würden sehnsüchtig auf den Herbstmärit warten, sagt Ursula Haldemann aus Messen. Sie gestaltet mit eigenen Fotografien Karten. «Die Leute hier in Messen wollen meine Karten kaufen, aber sie kommen nicht zu mir nach Hause. Deshalb verkaufe ich sie auf dem Märit.» Die Sujets fotografiert sie mit einer analogen Kamera. Stolz zeigt sie die Fotos von vereisten Pfützen, die sie im letzten Winter geschossen hat.

1600 Paar Schuhe führt Hans Ulrich Beyeler aus Schangnau in seinem Transporter mit. Unterwegs ist er vor allem auf dem Lande. Städte würden schon lange nicht mehr rentieren. Von Solothurn habe er sich beispielsweise vor zwölf Jahren verabschiedet.

Einzig Thun und Huttwil seien übrig geblieben. «Dort suchen ältere Frauen meine Gesundheitsschuhe.» Ansonsten besuche er eben die Märkte auf dem Lande. «Hier kommen die Leute noch, um zu kaufen. Es hat zehn Mal weniger Leute, aber sie kaufen zwanzig Mal besser.»

Adrian Schär will noch keine Tickets verkaufen. An seinem Stand wirbt der frühere Gemeindepräsident von Brunnenthal, das inzwischen mit Messen verheiratet ist, für das 103. Oberaargauische Schwingfest im nächsten Juni in Messen. «Der bernische Schwingverband ist es sich nun bald gewohnt, dass der Schwingklub Limpach Feste im Solothurnischen organisiert», so der frühere Aktivschwinger.

«Jetzt haben wir mit Matthias Sempach ein Zugpferd für das Schwingen.» Der Einwand, der sei kein Solothurner, sondern ein Berner, kontert der ehemalige Schwinger Schär. «Nein eben ein Oberaargauer.» Auf dem Tisch steht ein Modell des Eingangtores, durch das im nächsten Jahr Schwinger und Publikum die Schwingarena auf der Wiese hinter dem Gasthof Sonne betreten werden.

Tickets gibt es erst am Weihnachtsmärit in Aetigkofen zu kaufen. Eine Woche nach dem Schwingfest soll dann auf dem gleichen Platz in Messen noch das Solothurnische Regionalturnfest stattfinden.

Auf dem Märitareal ist die Bratwurst-Beiz der Märit-Froue Trumpf. Einige Meter weiter in der «Sonne» geht es aber auch hoch zu und her. Draussen auf der Terrasse wird gebechert. Drinnen wird gegessen. Traditionell wird am Abend dann noch um die Wette gejasst.

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