Was die Gebäude angeht, so wird es kein grosser Verlust sein, wenn sie einmal abgebrochen sind. Hanspeter Bärtschi, Fotograf dieser Zeitung, jedoch ist der Meinung, brachliegende Industriegebäude böten faszinierende Sujets, erst recht, wenn die Herbstsonne drauf scheint. Dies beweist Bärtschi mit den hier gezeigten Bildern von Fabrikationshallen und Bürogebäude der ehemaligen Druag Druckguss AG an der Solothurnstrasse im westlichen Teil Oensingens. Und er hält damit erst noch ein Stück örtlicher Industriegeschichte fest, das demnächst von der Bildfläche verschwinden wird. Derzeit läuft das Gesuch für den Rückbau.

Ein wahrer Verlust hingegen ist, dass die Firma die Produktion schliessen musste. Ende 2011 verloren 63 Mitarbeitende ihren Job. Die Firma war spezialisiert auf die Herstellung von Aluminium- und Zinkgussdruckteilen. Gegründet wurde das Unternehmen 1967 durch die Oensinger Otto Baumgartner und dessen Sohn Kurt. 1983 wurde der Betrieb an Hugo Stüdi verkauft und 2002 weiter an die deutsche Piad-Gruppe. Es folgten mehrere Wechsel in Führung und Verwaltungsrat, der Betrieb kam ins Schlingern, war zuletzt sogar führungslos und rutschte schliesslich so weit in die Überschuldung, dass er nicht mehr zu retten war. Im September 2011 wurde der Konkurs eröffnet, die letzten Aufträge wurden noch ausgeführt und Ende Januar war definitiv Schluss.

Immerhin konnte das Konkursamt bald darauf vermelden, einige Maschinen seien verkauft worden. Die Suche nach einem Käufer für die Liegenschaften und das Grundstück dauerte etwas länger. Die Schmid Immobilien AG, die den angrenzenden Wohnpark Leuenfeld erbaut hat, packte die Gelegenheit und erwarb das Areal mit der Absicht, den Wohnpark zu erweitern. Bis dies aber konkret wird, kann es noch dauern, ist bei Schmid Immobilien zu erfahren. Eine Zwischennutzung der Gebäude wäre nicht wirtschaftlich, daher wolle man diese so bald wie möglich abreissen lassen. Wie und wann das Areal überbaut werden kann, werde nun zusammen mit den Gemeindebehörden abgeklärt.